Schwalbe weitet sein seit 2022 in Deutschland eingesetztes Reifenrecyclingsystem international aus. Den Auftakt bildet ein Pilotprojekt in Österreich. In den kommenden Monaten sollen zudem Pilotprojekte in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg folgen. Im Verlauf des Jahres 2027 soll das Rücknahme- und Recyclingsystem in allen vier Ländern eingeführt werden.
In Österreich startet zunächst eine Testphase mit ausgewählten Fachhändlern. Dabei sollen Abläufe und Prozesse für die spätere Einführung des Systems überprüft und optimiert werden. Der offizielle operative Start ist im Verlauf des Jahres 2027 vorgesehen. Künftig können Radfahrerinnen und Radfahrer dort gebrauchte Fahrradreifen aller Marken bei teilnehmenden Fachhändlern zurückgeben.

Schwalbe Recycling – Abgabe von Gebrauchtreifen beim Fahrradhändler / Dropping off used tires at dealer shop
Mehr als 2,6 Millionen Reifen recycelt
Das Schwalbe-Recyclingsystem wurde gemeinsam mit der TH Köln und der Pyrum Innovations AG entwickelt und im Juli 2022 in Deutschland gestartet. Nach Angaben des Unternehmens beteiligen sich inzwischen mehr als 2.000 Fachhändler am System. Bis August 2026 wurden dort mehr als 2,6 Millionen gebrauchte Fahrradreifen gesammelt und recycelt.
Die zurückgewonnenen Rohstoffe werden anschließend wieder stofflich genutzt. Dazu zählen unter anderem recovered Carbon Black (rCB) und Pyrolyseöl. Das aus dem Reifenrecycling gewonnene rCB verursacht laut Schwalbe gegenüber fossilem Industrieruß rund 73 Prozent weniger Treibhausgasemissionen je Tonne. Grundlage der Angabe ist der partielle Carbon Footprint bis zum Werkstor nach GWP100 gemäß IPCC AR6.
Pyrolyse gewinnt Sekundärrohstoffe zurück
Für das Recycling werden gebrauchte Reifen im teilnehmenden Fachhandel in speziellen Recyclingboxen gesammelt und anschließend zur Pyrum Innovations AG transportiert. Dort werden die Reifen zunächst zerkleinert und in Gummigranulat, Stahl und Gewebe getrennt.
Im anschließenden Pyrolyseverfahren entstehen daraus unter anderem rCB, Pyrolyseöl und Prozessgas. Das Prozessgas wird für den Betrieb der Recyclinganlage zur Stromerzeugung eingesetzt.
Schwalbe verwendet das zurückgewonnene rCB mittlerweile nach eigenen Angaben in rund 70 Prozent seines gesamten Produktportfolios. Das Material soll damit einen wichtigen Beitrag leisten, um Rohstoffe im Kreislauf zu halten und den Einsatz von Primärmaterialien bei der Reifenproduktion zu reduzieren.
Für seine zirkulären Rohstoffkreisläufe wurde Schwalbe unter anderem mit dem Energy Efficiency Award der Deutschen Energie-Agentur ausgezeichnet.
Mehr Details unter: www.schwalbe.com.





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