Mit dem neuen Materialsystem will ORTLIEB künftig noch stärker auf eine integrierte Entwicklung und Fertigung seiner wasserdichten Taschen setzen.
3 min Lesezeit

ORTLIEB stellt mit TIDURA® ein eigenes Gewebesystem vor, das speziell auf die Fertigungs- und Schweißverfahren des Unternehmens abgestimmt wurde. Nach eigenen Angaben kontrolliert ORTLIEB damit neben Verschlüssen, Beschlägen und Fertigungsprozessen künftig auch das Material seiner Taschen.

©ORTLIEB

TIDURA® wurde auf dem ORTLIEB-Campus in Heilsbronn entwickelt. Das Materialsystem umfasst die beiden Gewebevarianten TIDURA® strong und TIDURA® core. Das Grundprinzip besteht darin, Gewebe, Beschichtung, Verschweißung und Verschlusssystem als zusammenhängendes System zu entwickeln, statt einzelne Komponenten unabhängig voneinander zu kombinieren.

©ORTLIEB

Das Gewebe wird in den Benelux-Ländern gewebt und anschließend von GDS – Gesellschaft für dichtende Systeme in Heilsbronn beschichtet. GDS ist ein Schwesterunternehmen von ORTLIEB und befindet sich in der benachbarten Rainstraße 8, während ORTLIEB an der Rainstraße 6 produziert.

©ORTLIEB

Zwei Materialvarianten

TIDURA® strong ist auf eine hohe Abrieb- und Reißfestigkeit ausgelegt und soll insbesondere bei Reisen, schweren Lasten und anspruchsvoller täglicher Nutzung zum Einsatz kommen. TIDURA® core setzt auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewicht, Robustheit und Handhabung für den Alltag.

Bei der Prüfung erreicht TIDURA® core eine Zugfestigkeit von 1.500 Newton, TIDURA® strong von 2.400 Newton. Beide Varianten wurden zudem auf eine Abriebfestigkeit von mehr als 100.000 Martindale-Zyklen geprüft.

Ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist die Reparierbarkeit. ORTLIEB gewährt fünf Jahre Produktgarantie und gibt an, Ersatzteile mindestens zehn Jahre nach dem Ausscheiden eines Produkts aus dem Sortiment verfügbar zu halten. Reparaturen sollen über das ORTLIEB-Servicenetzwerk beziehungsweise autorisierte Partner möglich sein.

Wasserdichtigkeit als Teil der Konstruktion

Die Wasserdichtigkeit soll bei TIDURA® nicht erst nachträglich durch eine Beschichtung des fertigen Produkts entstehen. Das TPU-beschichtete Gewebe ist vielmehr auf die Hochfrequenzverschweißung von ORTLIEB ausgelegt. Dabei werden die Materialkanten miteinander verbunden, sodass keine Einstichlöcher durch Nähte entstehen.

Gewebe und verschweißte Nähte sind auf eine Wassersäule von 100.000 Millimetern getestet. Je nach Produkt weist ORTLIEB unterschiedliche Schutzklassen aus: IP67 steht für Staubdichtigkeit und Schutz beim Untertauchen bis zu einem Meter für maximal 30 Minuten, IP64 für Staubdichtigkeit und Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. Die Schutzklasse IP53 beschreibt einen Schutz gegen schädliche Staubablagerungen im Inneren sowie gegen Spritzwasser bis zu einem Winkel von 60 Grad.

Auch die Verschlusssysteme sind Bestandteil des Gesamtkonzepts. Rollverschlüsse bilden eine mechanische Barriere gegen das Eindringen von Wasser. Bei Produkten mit TIZIP®-Reißverschlüssen kommt ein von GDS entwickeltes System zum Einsatz.

©ORTLIEB_Hepper

Vier Produkte zum Start

Zum Marktstart im September 2026 setzt ORTLIEB TIDURA® in mehreren bestehenden Produktlinien sowie bei einem neuen Modell ein. Mit TIDURA® strong erscheinen der BACK-ROLLER 20L Zip-Pocket, der VELOCITY 23L und die Reisetaschen DUFFLE Zip mit 40 beziehungsweise 60 Litern Volumen. Die Produkte sind jeweils in Schwarz und teilweise zusätzlich in Lavender erhältlich.

©ORTLIEB

Mit TIDURA® core kommt der neue DAYPACK 23L hinzu. Der urbane Tagesrucksack verfügt über einen Rollverschluss, ein Laptopfach und ein belüftetes TPU-Rückenteil und wird in Schwarz sowie Dark Sand angeboten.

Mit dem neuen Materialsystem verfolgt ORTLIEB nach eigenen Angaben seine seit der Unternehmensgründung 1982 bestehende Produktionsphilosophie weiter: Komponenten und Fertigungsprozesse sollen möglichst umfassend selbst entwickelt und kontrolliert werden. TIDURA® erweitert diesen Ansatz nun um das Gewebe selbst.

©ORTLIEB_Pohlmann

Alle weiteren Details findet man auf der Website von Ortlieb.

Quelle: PM ORTLIEB