Der Fahrradhersteller Cube setzt am Hauptsitz in Waldershof (Bayern) ein klares Zeichen für Effizienz und Nachhaltigkeit: Mit dem Bau eines fast vollständig automatisierten Hochregallagers reagiert das Unternehmen auf gestiegene Lageranforderungen nach der Corona-Pandemie. Das Projekt, das laut Oberfalzecho bis Ende 2027 fertiggestellt sein soll, wird mit einer Höhe von bis zu 50 Metern nicht nur eines der höchsten Gebäude der Region, sondern auch ein Vorzeigeprojekt für moderne Logistik in der Fahrradbranche.
Das Lager bietet Platz für 50.000 Europaletten und soll die bisher genutzten externen Lagerstandorte in Hof, Oberkotzau, Röslau und Trabitz schrittweise ersetzen. Durch die 70 Meter lange Brücke, die das neue Lager mit den bestehenden Produktionshallen verbindet, entfallen täglich 2.500 Kilometer Transportweg mit Diesel-LKWs – ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der CO₂-Emissionen. Zudem wird das Dach vollständig mit Solarpaneelen ausgestattet, die 800 Kilowatt Solarenergie erzeugen sollen. Zusammen mit den bereits bestehenden Anlagen auf den Produktionshallen ergibt sich eine Spitzenleistung von 1.000 Kilowatt.
Automatisierung ohne Stellenabbau
Während in den Produktionshallen von Cube täglich Hunderte Mitarbeiter arbeiten, wird das neue Lager nahezu vollständig von Robotern betrieben. Nur wenige Mitarbeiter sollen die Prozesse überwachen. Das Unternehmen betont, dass es keinen Stellenabbau plane, sondern die Effizienz der operativen Abläufe steigern wolle. Die Automatisierung von Ein- und Auslagerung ermöglicht es, die wachsende Nachfrage nach Fahrrädern und E-Bikes ohne zusätzliche Personalkosten zu bewältigen.
Kletterwand als Kompromiss mit der Gemeinde
Die beeindruckende Höhe des Lagers sorgte zunächst für Diskussionen, da eine lokale Vorschrift vorsieht, dass neue Gebäude nicht höher als der Kirchturm des Dorfes sein dürfen. Um die Akzeptanz in der Gemeinde zu sichern, wird eine der Wände des Gebäudes mit einer 30 Meter hohen, öffentlich zugänglichen Kletterwand ausgestattet. Diese soll nicht nur Freizeitmöglichkeiten bieten, sondern auch für Klettertrainings von Bergrettungsdiensten genutzt werden.
Auch die Kritik an der ursprünglich geplanten anthrazitfarbenen Fassade, die den Blick auf die Kösseine versperren würde, wurde aufgenommen. Autofahrer, die aus Richtung Pfaffenreuth kommen, werden zwar auf eine riesige Wand hinter dem Kreisverkehr blicken. Doch statt einer monochromen Fläche sehen sie ein Landschaftsbild in Anthrazitgrau, Staubgrau und Lichtgrau, das in grafischer Form den Höhenzug der Kösseine darstellt und nach oben hin immer heller wird, wie es auf Oberpfalzecho weiter heißt.
Technische Daten und Kosten
- Höhe: 37 Meter
- Länge: 160 Meter
- Breite: 46 Meter
- Lagerkapazität: 50.000 Paletten
- Baukosten: ca. 40 Millionen Euro
- Fertigstellung: Ende 2027
Fazit
Das Projekt unterstreicht Cubes Engagement für Standorttreue und Innovation – trotz internationalem Erfolg bleibt das Unternehmen in Waldershof verankert und investiert in die Zukunftsfähigkeit des Standorts.
Mehr auch direkt unter cube.eu.
Mit Informationen von Oberpfalzecho, Frankenpost und waldershof.de.




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