Manchmal reicht ein einziges Bike, um eine ganze Nische aufzumischen. Als Mondraker 2023 das erste Dusty vorstellte, verließ die Marke zum ersten Mal ihr angestammtes Mountainbike-Terrain und wagte sich ins E-Gravel-Segment. Das Ergebnis definierte damals ziemlich schnell neu, wie ein E-Gravelbike aus dem Hause eines MTB-Herstellers aussehen und sich anfühlen darf. Schnell, durchdacht, eigenständig. Aber offenbar erst der Anfang einer größeren Geschichte. Für 2027 kehrt das Dusty zurück, und es hat sich ordentlich weiterentwickelt. Die zweite Generation lässt die reine Gravel-Schublade hinter sich und positioniert sich in einer Kategorie, die Mondraker selbst schlicht „All-Round“ nennt. Der Name ist dabei kein Marketing-Etikett, sondern Programm: Ob Schotterpiste, Asphalt, Wochenendtour, Langstreckenabenteuer oder der tägliche Weg ins Büro, dem neuen Dusty soll es piepegal sein, wofür man sich entscheidet. Gebaut ist es für alles.
Mondraker Dusty 2026 in der Übersicht
Das neue Dusty basiert auf einem eigens entwickelten Stealth-Air-Carbon-Rahmen und wird durchgängig vom neuesten TQ-Antrieb HPR60 angetrieben, der bis zu 60 Nm Drehmoment und 350 Watt Spitzenleistung liefert. Verpackt ist das Ganze im bislang aufgeräumtesten und am cleansten integrierten Antriebskonzept, das Mondraker je für ein All-Round-E-Bike umgesetzt hat.
Angeboten wird das Dusty in fünf Rahmengrößen (S bis XL), mit einem intern verbauten 580-Wh-Akku und optionalem 160-Wh-Range-Extender. Reifenfreiheit bis 50 mm und ein 1×12-fach Mullet-Antrieb gehören serienmäßig dazu.
Wer lieber kompakter unterwegs ist, greift zum Dusty S: Hier lässt sich wahlweise ein kleinerer 360-Wh-Akku wählen, und das Modell gibt es sowohl mit Gravel-Drop-Bar als auch als Flatbar-Version mit Dropper-Sattelstütze.
Damit deckt die Range spielend den Spagat zwischen sportlicher Rennlenker-Haltung und entspannter, aufrechter Sitzposition für den Alltag ab.
Rahmen & Geometrie
Der Stealth-Air-Carbon-Rahmen wurde nicht von einem bestehenden Modell abgeleitet, sondern komplett neu konstruiert, um die Balance aus Steifigkeit, Stabilität und vertikalem Komfort zu treffen, ohne dabei unnötig Gewicht mitzuschleppen.
Mit nur 1.710 Gramm (plus 490 Gramm für die Gabel) in Größe M/L erfüllt der Rahmen trotzdem dieselben ISO-Prüfnormen wie Mondrakers Mountainbikes. Das ist kein Zufall, sondern ein bewusstes Statement zur Bauqualität.
Die typische Mondraker-Formsprache ist sofort erkennbar: klare Linien, cleane Übergänge, kein visueller Ballast. Die Kabelführung verschwindet dank des Hidden Housing Guide (HHG) sauber durch den Steuersatz, der Akku liegt bündig im Unterrohr.
Zusatzausstattung wie Schutzbleche (exklusiv von Mondraker, separat erhältlich) und ein Seitenständer über die KSA40-Aufnahme lassen sich problemlos nachrüsten, ein Bike, das überallhin mitkommt, sollte schließlich auch für alles gerüstet sein.
Die Carbon-Gabel folgt derselben Philosophie: interne Kabelführung, Flat-Mount-Bremsaufnahme, 12-mm-Steckachse und 50 mm Reifenfreiheit. Ihre Einbaulänge entspricht der einer Federgabel mit 40 mm Federweg im Sag, wer also später auf eine Suspension-Fork wie die RockShox Rudy XPLR umsteigen möchte, verändert die Geometrie kaum.
Mit einem Lenkwinkel von konstant 70 Grad über alle Größen hinweg und einem moderaten Federgabel-Offset von 45 mm zeigt sich das Dusty auf dem Papier deutlich laufruhiger und richtungsstabiler, als man es von klassischen Gravel-Racern kennt. Das sollte spürbar dem Ausflugscharakter und schnellen Schotterabfahrten zugutekommen.
Die niedrige Tretlagerabsenkung von -70 mm sorgt für einen tiefen Schwerpunkt und damit für Stabilität in Kurven, gleichzeitig bleibt die Sitzwinkel von effektiv 74 Grad sportlich genug für eine effiziente Tretposition auf langen Distanzen.
Radstand und Reach wachsen erwartungsgemäß mit der Größe (von 1.012 mm / 363 mm in Größe S bis 1.129 mm / 446 mm in XL), was auf ein ausgewogenes, mittig positioniertes Gefühl in allen Größen hindeutet.
Unterm Strich: ein Bike, das eher aufs entspannte, kontrollierte Cruisen über wechselndes Terrain ausgelegt ist als auf die letzte Zehntelsekunde im Kies-Sprint, und genau das passt zum All-Round-Anspruch.
Motor & Akku
Es gibt Motoren, die einen förmlich schieben, und dann gibt es den TQ HPR60, der einen einfach nur begleitet. Herzstück ist der sogenannte Harmonic Pin-Ring von TQ, eine Abkehr vom klassischen Getriebe-Aufbau. Statt mehrstufiger Zahnradstapel, an denen an jeder Schnittstelle Leistung verloren geht, überträgt der Doppelzahnring die Kraft über viele gleichzeitig ineinandergreifende Zähne.
Das Resultat: maximale Flächenpressung bei minimaler Anzahl beweglicher Teile, also eine direkte, nahezu verlustfreie Kraftübertragung bei deutlich geringeren Drehzahlen als bei der Konkurrenz.
In der Praxis heißt das: Wenn die Unterstützung bei 25 km/h abriegelt, merkt man es kaum. Kein spürbarer Widerstand, kein Gefühl von totem Gewicht am Hinterrad. Motor und Akku sitzen zentral und ausbalanciert im Rahmen, wodurch sich das Dusty leichter und agiler anfühlt, als die reinen Zahlen vermuten lassen.
Bei 1.924 Gramm Eigengewicht und bis zu 200 Prozent Unterstützung liefert der HPR60 genug Power, wenn sie gebraucht wird, und drängt sich den Rest der Zeit einfach nicht in den Vordergrund.
Die drei Unterstützungsstufen ECO (102 W / 90 %), MID (175 W / 125 %) und HIGH (350 W / 160 %) lassen sich über die TQ E-Bike App vollständig individualisieren, inklusive maximaler Leistungsabgabe, Unterstützungsgrad und Ansprechverhalten der Pedale.
Die Akkus mit 580 Wh beziehungsweise 360 Wh sitzen vollständig intern und zentral im Unterrohr, bei Bedarf ergänzt ein 160-Wh-Range-Extender im Fidlock-Flaschenhalter-Format die Reichweite, ohne die schlanke Silhouette zu stören.
Praxisnah: Ein 80 kg schwerer Fahrer inklusive Ausrüstung kommt in ECO oder MID über 3.000 Höhenmeter, mit Range Extender steigt die Fahrzeit um rund 27 Prozent bei nur 960 Gramm Zusatzgewicht.
Fahrwerk & Ausstattung
Serienmäßig rollt das Dusty auf 700x50c-Reifen, breiter Gummi für mehr Auflagefläche und Komfort auf Terrain, das andere Bikes dieser Klasse gar nicht erst in Erwägung ziehen würden. Loser Schotter, nasser Asphalt oder sandige Wege werden souverän geschluckt, statt für Traktionsverlust und Rüttelpartien zu sorgen.
Bei der Integration hat sich Mondraker sichtlich Mühe gegeben: Das TQ-Farbdisplay sitzt bündig im Oberrohr, dient als zentrales Bedienelement und verbindet sich per Bluetooth mit der App sowie per ANT+ mit dem Fahrradcomputer der Wahl.
Die Drop-Bar-Modelle kommen mit den nahezu unsichtbaren HPR Single Button Road Remotes von TQ, bei der RR-Version übernimmt das SRAM-Force-HRD-System den Moduswechsel direkt über seine integrierten Bonus-Buttons.
Bei den Top-Modellen RR und R geht die Integration noch weiter: Ein internes Stromkabel versorgt das Schaltwerk direkt aus dem Hauptakku, ein separater AXS-Akku entfällt komplett. Weniger Hardware, weniger Ladeaufwand, eine Sorge weniger nach langen Tagen im Sattel.
Wer es lieber aufrecht und entspannt mag, greift zum Flatbar-Dusty S. Mit Flatbar und Dropper-Sattelstütze schließt es die Lücke zwischen Trail-Feeling und Alltagstauglichkeit, die Dropper-Post ist dabei kein reines Lifestyle-Zugeständnis an die MTB-Wurzeln der Marke, sondern erlaubt es, den Schwerpunkt in technischen Abfahrten gezielt abzusenken und enger zu manövrieren.
Dusty RR (Helion): Das Topmodell mit SRAM X0 Eagle AXS T-Type, Zipp-303-XPLR-S-Carbonlaufrädern, e*thirteen Piedmont Carbon Kurbeln und Fizik-Vento-Argo-Sattel. Volle Carbon-Ausstattung für alle, die das Maximum aus der Plattform herausholen wollen.
Dusty R (Rubycore): Solide Alternative mit SRAM GX Eagle AXS T-Type, Mavic-Allroad-S-Carbon-Laufrädern und Maxxis-Reaver-Reifen. Fast das komplette RR-Erlebnis, spürbar günstiger.
Dusty S Dropbar (580 Wh oder 360 Wh, Superblack): Mit Shimano GRX RX-610 Mullet-Gruppe, Mavic Allroad Laufrädern und wahlweise großem oder kompaktem Akku. Der Allrounder für alle, die Rennlenker-Feeling ohne AXS-Aufpreis wollen.
Dusty S Flatbar (580 Wh oder 360 Wh, Superblack): Gleiche Basis wie der Dropbar-S, aber mit Flatbar, X-Fusion-Manic-Dropper-Sattelstütze und Shimano-SLX/CUES-Kombination. Die entspannte Variante für Stadt und lockere Ausfahrten.
Modellübersicht
Mondraker Dusty RR 2027
Motor: TQ HPR60, 250 W, 60 Nm
Batterie: TQ HPR Battery V05, 580Wh (opt. 160Wh Range Extender)
Display: TQ HPR Display V04 Color
Rahmen: Dusty Stealth Air Carbon, 12x142mm
Gabel: Stealth Air Carbon tapered steerer tube, HHG, flat mount integrated fork
Schaltung: Sram X0 Eagle AXS T-Type, 1×12
Bremsen: Sram Force AXS HRD, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: e*THIRTEEN Piedmont Race Carbon E*Spec
Vorbau: Onoff Semi-Integrated, 31.8mm
Sattelstütze: Onoff S9 Carbon 15-R
Sattel: Fizik Vento Argo X5, 140mm
Laufräder: Zipp 303 XPLR S, 29″
Reifen: Goodyear XPLR Inter 700×50 v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 8.999 EUR
Mondraker Dusty R 2027
Motor: TQ HPR60, 250 W, 60 Nm
Batterie: TQ HPR Battery V05, 580Wh (opt. 160Wh Range Extender)
Display: TQ HPR Display V04 Color
Rahmen: Dusty Stealth Air Carbon, 12x142mm
Gabel: Stealth Air Carbon tapered steerer tube, HHG, flat mount integrated fork
Schaltung: Sram GX Eagle AXS T-Type, 1×12
Bremsen: Sram Rival AXS HRD, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: e*THIRTEEN Piedmont Core E*Spec
Vorbau: Onoff Semi-Integrated, 31.8mm
Sattelstütze: Onoff S9 Carbon 15-R
Sattel: Fizik Vento Argo X5, 140mm
Laufräder: Mavic Allroad S Carbon, 29″
Reifen: Maxxis Reaver 700×50 v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 6.999 EUR
Mondraker Dusty S Dropbar 2027
Motor: TQ HPR60, 250 W, 60 Nm
Batterie: TQ HPR Battery V05, 580Wh (opt. 160Wh Range Extender)
Display: TQ HPR Display V04 Color
Rahmen: Dusty Stealth Air Carbon, 12x142mm
Gabel: Stealth Air Carbon tapered steerer tube, HHG, flat mount integrated fork
Schaltung: Shimano GRX RX-610 Mullet, 1×12
Bremsen: Shimano GRX RX610, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: e*THIRTEEN Piedmont Core E*Spec
Vorbau: Onoff Semi-Integrated, 31.8mm
Sattelstütze: Onoff S3 0-R
Sattel: Fizik Vento Argo X5, 140mm
Laufräder: Mavic Allroad, 29″
Reifen: Maxxis Reaver 700×50 v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 5.999 EUR
Mondraker Dusty S Flatbar 2027
Motor: TQ HPR60, 250 W, 60 Nm
Batterie: TQ HPR Battery V05, 580Wh (opt. 160Wh Range Extender)
Display: TQ HPR Display V04 Color
Rahmen: Dusty Stealth Air Carbon, 12x142mm
Gabel: Stealth Air Carbon tapered steerer tube, HHG, flat mount integrated fork
Schaltung: Shimano SLX RD-7100, 1×12
Bremsen: Shimano CUES U8000, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: e*THIRTEEN Piedmont Core E*Spec
Vorbau: n/a
Sattelstütze: X-Fusion Manic 100mm
Sattel: Fizik Vento Argo X5, 140mm
Laufräder: Mavic Allroad, 29″
Reifen: Maxxis Reaver 700×50 v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 5.999 EUR
Mondraker Dusty S Dropbar 2027
Motor: TQ HPR60, 250 W, 60 Nm
Batterie: TQ HPR Battery V05, 360Wh (opt. 160Wh Range Extender)
Display: TQ HPR Display V04 Color
Rahmen: Dusty Stealth Air Carbon
Gabel: Stealth Air Carbon tapered steerer tube, HHG, flat mount integrated fork
Schaltung: Shimano GRX RX-610 Mullet, 1×12
Bremsen: Shimano GRX RX610, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: e*THIRTEEN Piedmont Core E*Spec
Vorbau: Onoff Semi-Integrated, 31.8mm
Sattelstütze: Onoff S3 0-R
Sattel: Fizik Vento Argo X5, 140mm
Laufräder: Mavic Allroad, 29″
Reifen: Maxxis Reaver 700×50 v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 5.499 EUR
Mondraker Dusty S Flatbar 2027
Motor: TQ HPR60, 250 W, 60 Nm
Batterie: TQ HPR Battery V05, 360Wh (opt. 160Wh Range Extender)
Display: TQ HPR Display V04 Color
Rahmen: Dusty Stealth Air Carbon, 12x142mm
Gabel: Stealth Air Carbon tapered steerer tube, HHG, flat mount integrated fork
Schaltung: Shimano SLX RD-7100, 1×12
Bremsen: Shimano CUES U8000, 160 mm v/h
Kurbelgarnitur: e*THIRTEEN Piedmont Core E*Spec
Vorbau: n/a
Sattelstütze: X-Fusion Manic 100mm
Sattel: Fizik Vento Argo X5, 140mm
Laufräder: Mavic Allroad, 29″
Reifen: Maxxis Reaver 700×50 v/h
Gewicht: n/a
zul. Gesamtgewicht: n/a
Preis: 5.499 EUR
Fazit
Das neue Dusty macht ziemlich deutlich, wohin die Reise bei Mondraker geht: weg von der engen Gravel-Schublade, hin zu einem Bike, das auf Schotter genauso zu Hause ist wie auf dem Weg zur Arbeit oder auf der großen Alpenüberquerung. Der leichte, steife Rahmen, der unauffällig starke TQ-HPR60-Motor und die durchdachte Integration bis ins letzte Kabel ergeben ein Gesamtpaket, das sich weniger wie ein Kompromiss und mehr wie eine eigene, sehr konsequent zu Ende gedachte Kategorie anfühlt. Mit sechs Varianten zwischen 5.499 und 8.999 Euro und der Wahl zwischen Drop- und Flatbar dürfte für die meisten Ansprüche etwas dabei sein. Ab heute ist das Dusty im Handel erhältlich, wer viel unterschiedliches Terrain unter die Reifen nehmen will, sollte es sich genauer ansehen. Wir jedenfalls freuen uns schon auf einen ausgiebigen Test.
Und ihr?
Alle weiteren Details findet man jetzt auf der Website von Mondraker.





















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