Übernahmeprozess laut Berichten in der Endphase, deutsche Behörden prüfen Wettbewerbsfolgen
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Die Accell Group, einer der größten europäischen Fahrradhersteller mit Marken wie Batavus, Sparta, Koga, Lapierre, Haibike, Ghost und Raleigh, steht wohl kurz vor einem Eigentümerwechsel. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, bereiten die ehemaligen Gläubiger des niederländischen Unternehmens den Verkauf an den chinesischen Investor Johnny Liu vor. Dieser agiert über die in Singapur ansässige Dutech Holdings, die bereits in den vergangenen Jahren gezielt europäische Fahrradmarken in finanziellen Schwierigkeiten übernommen hat.

Laut Meldungen von Bloomberg und Branchenmedien wie Bike-EU und NieuwsFiets.nu hat Dutech Holdings am 26. Juni 2026 bei der deutschen Kartellbehörde einen Antrag auf Freigabe der Übernahme eingereicht. Dies markiert einen ersten, aber entscheidenden Schritt im Prozess, um mögliche Wettbewerbsbedenken auszuräumen. Die Behörden prüfen derzeit, ob die Transaktion die Marktkonzentration in der europäischen Fahrradbranche weiter verstärken würde. Accell selbst bestätigte auf Anfrage, dass man „alle strategischen Optionen“ evaluiere, darunter auch einen möglichen Verkauf. Konkrete Verhandlungen mit Dutech werden jedoch nicht kommentiert.

Strategische Expansion: Dutech baut europäisches Fahrrad-Imperium aus

Dutech Holdings, über die Tochter Tri Star Group, hat in den letzten Jahren systematisch europäische Fahrradhersteller in Insolvenz oder finanziellen Nöten übernommen. Dazu zählen unter anderem die deutschen Marken Prophete, Kreidler, Rabeneick, VSF Fahrradmanufaktur sowie der Lastenradhersteller Onomotion.

Durch diese Akquisitionen kontrolliert das Unternehmen bereits ein breites Portfolio an Marken und Technologien, etwa die Produktion von Nabenschaltungen (enviolo) oder Bremsen (Blubrake). Die Übernahme von Accell würde diese Strategie krönen und Dutech zu einem der größten Akteure auf dem europäischen Fahrradmarkt machen.

Hintergrund der aktuellen Entwicklungen ist die finanzielle Schieflage der Accell Group, die Anfang 2026 durch eine Schuldenrestrukturierung in den Besitz ihrer Gläubiger überging. Seitdem steht das Unternehmen unter Druck, eine nachhaltige Lösung für seine Zukunft zu finden. Die Übernahme durch Dutech könnte nicht nur die finanzielle Stabilität sichern, sondern auch Synergien zwischen den bestehenden Marken und Technologien des Investors schaffen.

Ausblick: Entscheidung der Kartellbehörden in den kommenden Wochen erwartet

Während Accell und Dutech Holdings zu den laufenden Verhandlungen keine offiziellen Stellungnahmen abgeben, gilt eine Einigung als wahrscheinlich. Die Kartellprüfung in Deutschland – und möglicherweise auch in Österreich – wird voraussichtlich in den nächsten Wochen abgeschlossen. Sollte die Übernahme genehmigt werden, würde dies die Konsolidierung der europäischen Fahrradindustrie weiter beschleunigen. Branchenbeobachter rechnen mit einer offiziellen Ankündigung noch im Juli 2026. Die Entwicklung unterstreicht den wachsenden Einfluss asiatischer Investoren auf dem europäischen Markt, insbesondere in einem Segment, das durch die Nachfrage nach E-Bikes und nachhaltiger Mobilität weiterhin dynamisch bleibt.

Mit Informationen von Bloomberg, Bike-EU und Niewsfiets.nu.

Quelle: div.