Mit dem offiziellen Start des Cycle Data Space im Januar 2026 geht das EU-geförderte Projekt MegaBITS einen wichtigen Schritt für die Digitalisierung des Radverkehrs in Europa. Die Plattform ermöglicht einen europaweiten, offenen Austausch von Mobilitäts- und Infrastrukturdaten rund ums Fahrrad. Technologische Basis bildet der Mobility Data Space (MDS), ein vom Bundesministerium für Verkehr geförderter Datenraum für mobilitätsrelevante Daten.
„Der MDS bietet eine sichere, erprobte IT-Umgebung und eine bestehende Community, die den Cycle Data Space ideal unterstützt“, erklärt Caspar Van Gheluwe von imec, der das MegaBITS-Projekt leitet. Datengeber können hier selbst entscheiden, wer welche Daten unter welchen Bedingungen nutzen darf, während gleichzeitig der Zugang zu potenziellen Nutzern erleichtert wird.
Der Cycle Data Space funktioniert als Unter-Datenraum innerhalb des MDS. Die Daten werden nicht zentral gespeichert, sondern peer-to-peer zwischen den Nutzern ausgetauscht. So behalten die Mitglieder volle Datenhoheit und können bestimmen, ob ihre Datensätze nur innerhalb des Cycle Data Space oder auch für weitere MDS-Nutzer verfügbar sind.
„Mit dem Cycle Data Space erweitert der MDS sein Portfolio um den Verkehrsträger Fahrrad“, sagt Julius Meyer, Business Development Manager beim MDS. „Er zeigt, dass der MDS eine technisch ausgereifte Plattform für nationale und internationale Data-Sharing-Projekte bietet.“ Bereits ein Drittel der MDS-Teilnehmer kommen aus rund 20 Nationen, auch im Cycle Data Space sind derzeit Datengeber aus vier Ländern aktiv.
Die Plattform bündelt verschiedene Datenarten: Informationen zu Radwegen, Verkehrsaufkommen, Unfallschwerpunkten, Sharing-Angeboten für E-Scooter und Leihräder, Ladezonen für E-Bikes oder Abstellanlagen sowie weitere smarte Verkehrsservices.
Ergänzt werden diese durch Baustelleninformationen und Echtzeitdaten zu Wetter und Luftqualität. Ziel ist es, das Radfahren sicherer und attraktiver zu machen, die Infrastruktur zu verbessern und den Radverkehrsanteil zu steigern. Gleichzeitig schafft MegaBITS Grundlagen für neue Geschäftsmodelle in der Mikromobilität.
Die Stadt Zwolle betont den Nutzen der Plattform: „Über den Mobility Data Space tauschen wir Daten mit anderen Teilnehmern aus und erhalten Zugang zu wertvollen Mobilitätsdaten. So können wir fundierte Entscheidungen treffen und sichere, komfortable und nachhaltige Radwege gestalten.“
Zum Start des Cycle Data Space stellen mehrere europäische Städte und Regionen Daten bereit: darunter Hamburg, Kopenhagen, die Gemeinden Enschede und Zwolle, die Provinzen Antwerpen und Overijssel sowie die Metropolregion Le Havre. Weitere Kommunen haben bereits ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet.
Neben Kommunen profitieren auch Unternehmen von den Daten: Infrastrukturengpässe lassen sich schneller erkennen, Sharing-Anbieter können Leihräder oder E-Scooter besser platzieren und App-Entwickler erhalten die Grundlage für dynamische Routenplaner. Zudem ermöglicht der internationale Austausch, Maßnahmen zur Radverkehrsförderung zu vergleichen und voneinander zu lernen.
Weitere Informationen: Mobility Data Space







Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Bitte beachte unsere Kommentarregeln:
Wir möchten eine respektvolle und konstruktive Diskussion fördern. Kommentare, die thematisch nicht passen, beleidigend sind oder den Zweck haben, andere Leser oder Autoren herabzusetzen, behalten wir uns vor zu löschen. Denke daran, so zu schreiben, als würdest du mit echten Personen sprechen. Humor ist willkommen, politische Diskussionen sollten vermieden werden. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung eines Kommentars.
Bleib auf dem Laufenden:
Du kannst den Kommentar-Feed dieses Beitrags abonnieren.
Wer immer alles mitverfolgen möchte, sollte den Hauptfeed abonnieren.