Viele haben schon darauf gewartet. Jetzt kommt der Elektrofahrrad-Tests der Stiftung Warentest
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Eigentlich sollten die Testergebnisse des diesjährigen Elektrofahrrad-Tests der Stiftung Warentest schon im März erscheinen. Der Termin wurde allerdings mehrfach verschoben.

Jetzt wurden die Ergebnisse endlich veröffentlicht. Ein Desaster wie im letzten Jahr blieb allerdings aus.

In der Zusammenfassung haben alle zehn getesteten Elektroräder den Test bestanden, drei davon sogar mit der Testnote „Gut“. Außerdem wurde dieses Mal kein Pedelec mit der Note „Mangelhaft“ bedacht.

Pedelecs laut Stiftung Warentest inzwischen verbessert

Brachen beim Test 2013 noch Rahmen und Lenker oder versagten bei einigen getesteten Modellen sogar die Bremsen, so kann dieses Mal laut der Stiftung Warentest Entwarnung geben werden.

Von den dieses Mal getesteten Elektrorädern wurden mit drei „Gut“, vier mit „Befriedigend“ und drei mit „Ausreichend“ bewertet. Laut der Stiftung Warentest ist aber bei allen Modellen noch „Luft nach oben“.

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Die Veränderungen an den Ergebnissen liegen laut der Tester nicht daran, dass die Bewertungskriterien abgeschwächt wurden, sondern daran, dass die Hersteller inzwischen ihre E-Bikes verbessert haben sollen.

So seien laut der Prüfer die Schwachpunkte des Tests im letzten Jahr abgestellt worden. Dickere und stabilere Lenker seien nun verbaut, hydraulische Bremsen mit guter Abstimmung ebenfalls und das Stören des Funks nun eliminiert.

Allerdings offenbarten sich bei der Testweise der Stiftung Warentest auch neue Mängel. So wurden manche Räder beim Fahren beschädigt, manche sogar schwer. Ein angerissenes Sattelrohr war mit dabei, was im Sinne der Sicherheit einen Rahmentausch notwendig machen würde. Auch übermäßiges Flattern der Lenker fiel den Prüfern bei einigen Modellen auf.

Mit Beladung wird das Ganze noch unbeherrschbarer. Die Stiftung Warentest fordert daher die Fahrradkonstukteure auf, bei der Entwicklung der E-Bikes der gestesten Tiefeinsteiger-Klasse auf flatterfreie Räder und ein stabiles Rahmenrohr zu achten.

Es sollte, als wichtigstes tragendes Rahmenteil, höheren Kräften widerstehen können als z.B. einem Modell mit Diamantrahmen. Dass es konstruktiv möglich ist, zeigen vier Modelle im Test, die ohne eine gefährliche Flatterneigung auskommen.

test 08_14 Elektrofahrräder, Aufmacher

Auch Lob kommt von der Stiftung Warentest im diesjährigen Test. So sind im direkten Vergleich Fortschritte beim Akku hinsichtlich deren Leistungsfähigkeit und Reichweite erkennbar. Auch nimmt die Kapazität durch häufiges Zwischenladen nicht dauerhaft ab. So stelle es kein Problem mehr dar, den Akku bei einem Zwischenstop nachzuladen.

Die Sieger des Tests 2014 der Stiftung Warentest

Testsieger 2014 wurde das Flyer T5 Deluxe mit der Testnote 2,0 (ab 2.490 EUR), während das Pegasus Premio E8F mit der Note 2,2 (ab 2.300 EUR) knapp dahinter Zweiter wurde. Dritter des Produkttests wurde mit der Note 2,3 das Kreidler Vitality Eco 6 (ab 2.500 EUR).

Den kompletten Test können Sie für 2,50 EUR hier sofort online lesen: Pedelec-Test 2014 der Stiftung Warentest oder Sie kaufen sich das morgen erscheinende Testheft 08/2014.

Derby Cycle prangert intransparente Testmethoden an und widerspricht den Testergebnissen

Wie schon im letzten Jahr kamen die Pedelecs von Derby Cycle im Test nicht gut weg. Die getesteten Modelle des E-Bike-Herstellers, das Kalkhoff Agattu Impulse 8R HS und das Raleigh Dover Impulse 8R HS, sollen laut der Stiftung Warentest beide im Bereich der Sattelstütze versagt haben.

So soll beim Kalkhoff ein Teil der Klemmung der Sattelstütze gebrochen und beim Raleigh das Außenrohr der Sattelstütze angerissen sein. Hier glaubt der Hersteller allerdings an einen nicht normgerechten Testaufbau, der zu diesen Ergebnissen geführt haben soll.

Lesen Sie dazu auch unseren extra Artikel „Derby Cycle kreidet StiWa Verbrauchertäuschung an(Link folgt im Laufe des Abends).

Unser Fazit zu den Testergebnissen

Unglaublich viel Staub hatte die Stiftung Warentest letztes Jahr mit ihrem katastrophalen Test aufgewirbelt. Dieses Jahr sind die Ergebnisse zwar etwas besser, allerdings wurden die Hauptkritikpunkte, die von Herstellern bemängelt am Testverfahren wurden, nicht beseitigt.

So beschwerten sich diese hauptsächlich an der mangelnden Transparenz der Stiftung Warentest und wünschten sich zudem eine Offenlegung der Testverfahrens. Weiter favorisierten viele Unternehmen damals eine Zusammenarbeit und Abstimmung mit den Testern im Vorfeld genauso wie im Nachgang, damit die Tests praxisgerecht und plausibel erfolgen können.

Leider scheint dies wiederum nicht geklappt zu haben, wie die aktuelle Berichterstattung aufzeigt. Die mögliche Verunsicherung der Verbraucher findet dieses Mal zudem nicht im Frühjahr statt, sondern im Vorfeld der größten Fahrradmesse der Welt, der www.eurobike-show.de.

Dort und auch danach werden im Normalfall viele Fahrräder oder E-Bikes gekauft, was sich dieses Mal aber aufgrund des Tests abschwächen könnte.

Man wird sehen.