Die neuen Klever Pedelecs überzeugen mit ihrem unkonventionellen Design, welches innovative Technologie beherbergt. Wir haben die S-Pedelec-Version schon ausprobiert.
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Über die Eurobike-Premiere der neuen Pedelecs und S-Pedelecs der taiwanischen Firma Klever Mobility haben wir hier schon berichtet.

Die beiden demnächst erhältlichen Klever-Modelle waren natürlich in beiden Leistungsstufen vor Ort in Friedrichshafen vertreten und konnten am Stand im Detail begutachtet werden.

Selbstverständlich war auch eine ausgiebige Testfahrt auf der Teststrecke des Freigeländes auf der Eurobike kein Problem.

Testfahrt mit den Klever S45 auf der Eurobike 2013

Für die erste Testfahrt kam dann sogleich das Klever S45 zum Einsatz, dessen Schwestermodell Klever S25 im Frühjahr den begehrten red dot design Award gewonnen hatte.

Optisch unterscheiden sich die beiden Modelle kaum, abgesehen davon dass das Speed-Pedelec mehr Leistung „unter der Haube“ hat, und die üblichen Must-Haves bei den schnellen Pedelecs wie Rückspiegel oder Nummernschildhalter besitzt.

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Gleich beim Schieben des Pedelecs in Richtung der Teststrecke konnte man sehr gut die eingebaute Schiebehilfe testen. Die zugehörige Taste ist linker Hand leicht erreichbar direkt unter dem Display angebracht und damit nahezu optimal platziert. Während dem Fahren dient dieselbe Taste übrigens als Boost-Knopf, welcher für kurze Zeit die volle Leistung des Motors freigibt und so vielleicht in mancher Situation hilfreich sein kann. 😀

Das Klever S45 ist laut dem Grundsatz „one size fits all“ aufgebaut und so lässt sich das Pedelec leicht auf die eigene Körpergröße einstellen. Es fühlt sich sehr wertig an und sieht auch so aus, obgleich das Design nicht jedermanns Geschmack sein dürfte. Allerdings präsentiert es sich gegen den Trend und unverhohlen als Pedelec und versteckt zum Beispiel den Akku nicht, sondern nutzt diesen als Designelement. Uns gefällts.

Zum Losfahren braucht man die Steuerung übrigens nicht einschalten: man steigt einfach auf und fährt los, der Pedelec-Antrieb startet automatisch. Helm natürlich beim S-Pedelec nicht vergessen. 😉

Von Beginn an spürt man die kräftige Unterstützung des im Biactron-System verbauten TDCM-Motors, welcher in vier Stufen eingestellt werden kann (Ultralow bis High). Der Antrieb ist dabei so gut wie nicht hörbar und schiebt dafür umso kräftiger. Es war subjektiv der Antrieb aller von uns getesteten Pedelecs & E-Bikes auf der Eurobike 2013, welcher den besten Schub und die meisten Reserven bereitstellte.

Klever S45 Test

Also den Hügel hoch und um die Kurve, wobei gleich eine klitzekleine Schwäche auffällig wurde: ein minimales Nachlaufen des Motors, welches aber lange nicht so störend war wie bei anderen schon gefahrenen Antrieben. Den Berg hinunter, bei welchem kurz die Rekuperation aktiv wird und dann die Gerade entlang. Kräftig unterstützt der Antrieb des Klever S45 in der höchsten Stufe bis zu 45 Stundenkilometer und regelt dann sanft ab. Den Motor hört man aber auch dann nicht.

Kurz einmal die verschiedenen Stufen durchgeschaltet, wobei die niedrigste gerade den Rollwiderstand des E-Bikes aufhebt und das Klever Pedelec sich dann eher wie ein normales Fahrrad fährt. Bei den anderen Stufen spürt man den Schub des Motors jedenfalls und die dritte Stufe stellt für uns den richtigen Kompromiss zwischen Motorkraft und Eigenleistung des Fahrers dar, soweit man das auf der kurzen Testfahrt beurteilen konnte.

Auch bei den hohen erreichbaren Geschwindigkeiten verhält sich das Klever S45 sehr stabil und jederzeit sicher beherrschbar. Am zweiten Wendepunkt der Teststrecke greifen die kräftigen hydraulischen Scheibenbremsen zu, die vorne und hinten verbaut sind, und bringen das S-Pedelec schnell zum Stillstand.

Dank der Vorderradfederung ist die Fahrt auf dem Klever S45 sehr komfortabel, während die 24-Zoll-Räder in Kombination mit den Schwalbe Big Apple Komfortreifen ein wendiges Fahrgefühl bescheren. Für Steigungen kann die RST Neon PLS Federgabel auch mittels Lock-out festgestellt werden. Die Shimano Deore stellt zehn Gänge zur Verfügung, die in Verbindung mit dem Antrieb absolut ausreichend sind.

Die Ausstattung kann man als komplett bezeichnen. Das E-Bike kommt fahrfertig mit allem, was man benötigt, angefangen von Schutzblechen, dem Kettenschutz über Seitenständer, Gepäckträger, stabilem Felgenschloß bis hin zur durchdachten Beleuchtungsanlage bekommt man hier ein Pedelec, welches für jeden Tag geeignet ist.

Das Design des neuen Pedelecs polarisiert. Entweder man liebt es, oder man hasst es. Aber die Wertigkeit der verbauten Komponenten kann keiner absprechen und jeder der eine Probefahrt absolviert, kann keinesfalls die Gesamtkonzeption schlecht reden. Die passt nämlich.

Das Klever S45 wird ab Anfang 2014 verfügbar sein. Ein genauer Preis ist noch nicht bekannt. Das demnächst erhältliche Pedelec25-Modell Klever S25 jedenfalls kommt auf ca. 2.600 Euro UVP.

Testfahrt mit den Klever B45 auf der Eurobike 2013

Das Klever B45 ist das Tiefeinstieg-Modell der neuen Pedelec-Baureihe aus Taiwan. Es ist mit Vollfederung ausgestattet und daher besonders komfortabel. Der Akku sitzt hier noch weiter unten im Rahmen und beschert dem E-Bike damit einen sehr tiefen Schwerpunkt, was sich bei der Handlichkeit bemerkbar macht.

Beim Fahren auf der Eurobike-Teststrecke haben wir dann sogleich davon profitiert. Sehr wendig und trotzdem fahrstabil konnte man um den Parcour fahren und das leicht und locker bis zur Abregelgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern.

Klever B45 Test

Wie beim zuvor gefahrenen Modell war auch hier der Motor extrem leise, aber dabei kräftig am Hügel. Das verwendete Biactron-System arbeitet im Bereich von 44 Volt und ist eine Eigenentwicklung von KYMCO, der Mutterfirma von Klever Mobility. Die wertige Verarbeitung und Materialauswahl kam auch hier zum Tragen und so empfiehlt sich das Pedelec ausgezeichnet für die tägliche Pendelstrecke.

Laut dem Hersteller ist das Elektrorad auch gut für Fahrten im Winter geeignet, da die Akkus aus speziellen Batteriezellen bestehen, die trotz kalten Temperaturen weniger Leistung einbüßen.

Auch an verschiedene Möglichkeiten, Sachen zu transportieren haben die Entwickler gedacht. So gibt es für vorne einen praktischen und zum Design passenden Gepäckträger für beispielsweise eine Aktentasche. Am Heck kommt ein Gepäckträger zum Einsatz, während weiter die Möglichkeit besteht, mittig über der Batterie eine Last ähnlich wie bei einem Motorroller zu transportieren. So kann auch noch leicht der Einkauf nach der Arbeit erledigt werden… 😉

Die Ausstattung ist auch hier komplett und stellt eine gute Beleuchtungsanlage für Fahrten in der Dunkelheit, hydraulische Scheibenbremsen vorne und hinten, die Shimano 10-Gang Deore-Schaltung und einen Nanbendynamo ebenfalls von Shimano bereit.

Klever B45

Klever Mobility gibt fünf Jahre Garantie auf den Rahmen, drei Jahre auf das Antriebssystem und zwei Jahre auf andere mechanische Fahrradteile (außer Verschleißteile). Für die Batterie gelten zwei Jahre Garantie, nach denen der Akku eine Restkapazität von mindestens 60% bei 700 vollständigen Ladezyklen aufweist. Bedingung dabei ist aber, dass die Batterie mindestens alle vier Monate nachgeladen wurde.

Fazit

Das Fahren mit den S-Pedelecs von Klever Mobility hat uns Spaß gemacht. Die wertige Verarbeitung und die durchdachte Konstruktion tat ihr Übriges dazu. Das Design polarisiert, was aber unserer Meinung nach keinesfalls negativ anzusehen ist. Man sieht hier einfach, dass man mit einem modernen Pedelec unterwegs ist und versteckt die elektrischen Bauteile dabei auch nicht.