Am 3. Juni feiern Menschen weltweit den UN-World Bicycle Day

Zu Recht: Fahrräder und E-Bikes entsprechen den Mobilitätsansprüchen einer modernen Gesellschaft – und tragen zur Lösung vieler Umweltprobleme bei. Abgase, Staus, Lärm und zugeparkte Flächen – vor allem in Ballungsgebieten belastet der motorisierte Verkehr Umwelt und Klima erheblich. In einigen deutschen Städten gelten bereits Fahrverbote, weil Grenzwerte für CO2 und Luftschadstoffe wie Stickstoffdioxid permanent überschritten werden.

1. Bessere Luftqualität in Innenstädten

Weltweit leiden Menschen, Tiere und Pflanzen unter verunreinigter Luft. Feinstaub, Stickoxide und bodennahes Ozon gefährden Gesundheit und Artenvielfalt – in Deutschland sind insbesondere städtische Regionen betroffen. Dort verursacht der Straßenverkehr mit Abstand die meisten Luftschadstoffe. Beispiel Stickstoffdioxid: In Innenstädten sind Autos, Busse und LKW laut Umweltbundesamt für bis zu 80 Prozent der NO2-Emissionen verantwortlich. Das Gas führt zu Atemwegserkrankungen und erhöht das Krebsrisiko. Mitte 2018 lag seine Konzentration in etwa 65 Städten und Kommunen über dem zulässigen Grenzwert1. Die gute Nachricht: Wer vom Auto aufs Fahrrad oder E-Bike umsteigt, produziert keine Stickoxide und nur sehr geringe Mengen Feinstaub – und trägt damit zur Verbesserung der Luftqualität bei. Radmobilität ist ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel gegen die Luftverschmutzung in Innenstädten.

ADFC: Auto-Förderung ist der verkehrte Weg

Bild: ADFC/Gerhard Westrich

2. Mehr Fläche und weniger Lärm

Rund um den Globus beanspruchen Siedlungen und Verkehr immer mehr Fläche. Asphalt und Beton drängen Tiere und Pflanzen zurück – und weil versiegelte Böden Überschwemmungen begünstigen, wird die „Betonflut“ auch für Menschen zunehmend zur Gefahr. In Deutschland werden täglich knapp zehn Hektar Natur- und Ackerfläche für Verkehrszwecke bebaut – das entspricht etwa 14 Fußballfeldern. Hauptnutzer von Straßen und Stellplätzen ist der motorisierte Straßenverkehr, der Mensch und Natur darüber hinaus auch akustisch zusetzt: In Deutschland fühlt sich mehr als die Hälfte der Menschen von Verkehrslärm belästigt. Europaweit dürften rund 20 Prozent der Bevölkerung Lärmpegeln ausgesetzt sein, die als unzumutbar gelten.

Die gute Nachricht: Fahrräder und E-Bikes reduzieren nicht nur den Verkehrslärm – wer im Alltag statt ins Auto aufs Rad steigt, entlastet vielbefahrene Straßen und beansprucht weder Parkraum, noch müssen Grünflächen für Parkhäuser weichen. Das Umweltbundesamt hat ermittelt, dass Fahrräder und E-Bikes nur ein Zehntel der vom motorisierten Straßenverkehr beanspruchten Fläche benötigen. Auf einen PKW-Stellplatz passen beispielsweise bis zu sieben Fahrräder. Radmobilität bedeutet weniger Flächenverbrauch und Verkehrslärm – und damit vor allem in städtischen Gebieten mehr Lebensqualität.

3. Beitrag zum globalen Klimaschutz

Unser Planet ist vom Klimawandel bedroht. Die Folgen der Erderwärmung bemerken wir bereits heute: Ozeane und Steppen veröden, Tier- und Pflanzenarten sterben aus, Stürme und Dürren gefährden das Leben vieler Menschen. Auch in Deutschland trägt der Verkehrssektor mit zur Klimaerwärmung bei: Der motorisierte Straßenverkehr ist für 20 Prozent des bundesweiten Kohlendioxid-Ausstoßes verantwortlich.

Bild: ADFC

Die gute Nachricht: Wer vom Auto aufs Fahrrad oder E-Bike umsteigt, spart laut Umweltbundesamt pro Personenkilometer etwa 138 Gramm des Klimagases ein. Verkehrsforscher der TU Dresden haben ermittelt, dass die CO2-Emissionen in Deutschland jährlich um knapp drei Millionen Tonnen reduziert würden, wenn jeder zweite kurze Autoweg (bis fünf Kilometer) mit dem Fahrrad oder E-Bike zurückgelegt wird. Radmobilität hat das Potenzial, einen Teil der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen zu reduzieren und so zum Klimaschutz beitragen.

4. Der gesamtgesellschaftliche Nutzen des Radfahrens

Jeder gefahrene Autokilometer verursacht gesellschaftliche Kosten von 20 Cent. Zu diesem Ergebnis kommt Stefan Gössling von der Universität Lund in Schweden. In seinen Berechnungen wurden Parameter und Faktorkosten wie Klimawandel, Subventionen, Lärm, Infrastruktur, Parken, Reisezeit, Staus, erhöhte Lebenserwartung und Unfälle einbezogen

Die gute Nachricht: Wer aufs Rad steigt, auch das bestätigen Gösslings Studien, tut nicht nur etwas für die eigene Fitness, das Klima und die Umwelt – sondern auch für die Gesellschaft. Im Gegensatz zu den Autokilometern generiert jeder Radkilometer sogar einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von 30 Cent.

Bild: Jobrad

Dienstradleasing bringt Menschen aufs Rad

Jeder einzelne Radkilometer hilft der Umwelt, der Lebensqualität, der Gesellschaft und natürlich auch der eigenen Gesundheit. Dienstradleasing ist eine für Arbeitgeber kostenneutrale und einfach umsetzbare Möglichkeit, nachhaltige und klimafreundliche Radmobilität zu fördern. Kein Wunder also, dass bereits mehr als 15.000 Unternehmen auf JobRad setzen. Über 250.000 geleaste Diensträder sind Schätzungen zufolge hierzulande bereits unterwegs.

Die gute Nachricht: Seit 2019 fördert der Staat das Dienstrad mit der sogenannten 0,5 %-Regel: Die obersten Finanzbehörden haben beschlossen, dass sich die Bemessungsgrundlage für die Versteuerung des geldwerten Vorteils bei privater Nutzung halbiert. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind dadurch im Vergleich zum herkömmlichen Kauf Einsparungen bis zu 40 Prozent möglich. Wenn der Arbeitgeber die Kosten zusätzlich zum Gehalt übernimmt, ist das Dienstrad für den Arbeitnehmer sogar kosten- und steuerfrei.

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1Die im Text angegebenen Zahlen entstammen (sofern nicht anders gekennzeichnet) aktuellen Veröffentlichungen des Umweltbundesamtes: https://www.umweltbundesamt.de/.

Quelle: PM Jobrad
Bild: s. Kennz.