Noch mehr Aussagen und Meinungen zu E-Bike Test 2013 von ADAC und Stiftung Warentest.
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Nachdem schon etliche Hersteller ihre Stellungnahmen zum Abschneiden ihres Produktes beim aktuellen Pedelec Test der Stiftung Warentest und des ADAC veröffentlicht haben (wir berichteten), gab es nun weitere Reaktionen diverser Hersteller und Marktbeobachter.

Unter anderem erhärtet sich der Eindruck, dass der Test nach zu strengen Kriterien durchgeführt wurde, und mit Belastungen, welche so im Alltag nicht auftreten.

Da die genauen Prüfkriterien aber nicht vollständig offen gelegt werden, kann nur darüber spekuliert werden, was aber wenig Erhellendes zu Tage fördert.

Stellungnahme von Fischer – die Fahrradmarke

Auch der E-Bike Hersteller FISCHER hat nun auf die Testergebnisse reagiert und schreibt in seiner Pressemitteilung vom 31. Mai 2013, dass das getestete Volks E-Bike Jahrgang 2012 vom TÜV Rheinland geprüft wurde und dabei alle gültigen gesetzlichen und normativen Anforderungen erfüllt habe.

Das gelte auch für die Bremsen, die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) und die chemischen Eigenschaften der verbauten Komponenten. Da die zum Zeitpunkt gültigen Normen allesamt erfüllt werden konnten, wurde das Prüfzeichen LGA tested Fahrradsicherheit für das Fischer Volks E-Bike ausgestellt.

Weiter stellt FISCHER fest, dass der aktuelle Test der StiWa sich weit oberhalb der vorgenannten Prüfgrundlagen bewegte, wobei der aufgetretene Gabelanriss entstanden war. Auch die Ergebnisse für die Bremsleistung oder Reichweite kann FISCHER genauso wie die angeblich aufgetretene Störstrahlung nicht nachvollziehen.

Die komplette Mitteilung von FISCHER lesen Sie hier: Stellungnahme zum Pedelec-Test der Stiftung Warentest (Heft 6/2013)

Mitteilung des ZWEIRAD-INDUSTRIE-VERBAND E. V.

Auch der ZIV meldet sich in einer aktuellen Pressemitteilung zu Wort und fragt dabei, warum die bei dem Test des ADAC und de StiWa auftretenden Mängel nicht auch in der Praxis auftreten.

Mittels einer Blitzumfrage beim Einzelhandelsverband VDZ und auch die Diskussionen in der Arbeitsgruppe „E-Bike“ des ZIV konnte festgestellt werden, dass die aufgetretenen Schäden in der Praxis so gut wie gar nicht vorkommen.

Auch der ZIV bemägelt die Testkriterien und -abläufe der StiWA als intransparent und normabweichend, so dass diese kaum nachvollzogen werden könnten. So würden die Ergebnisse mit Messwerten nicht komplett veröffentlicht, so dass diese reproduziert werden könnten.

Die im Test aufgetretenen widersprüchlichen Ergebnisse gleicher Bauteile bewertet der ZIV ebenfalls negativ, was sowohl für komplette Antriebssysteme als auch mechanische Bauteile gelten würde.

Die negative Grundintention des Tests stößt dem ZIV ebenfalls auf. So werde der Anschein erweckt, dass E-Bikes grundsätzlich gefährlich und unsicher wären. Dabei ist der größte Teil der am Markt erhältlichen Pedelecs zur großen Zufriedenheit mit ihren Besitzern unterwegs, was durch die positive Rückmeldung bei den Händlern unterstrichen wird.

Die komplette Pressemitteilung des ZIV finden Sie hier: ZIV zum E-Bike Test der Stiftung Warentest und des ADAC (PDF).

Stellungnahme der Winora Group zum gestesten Sinus B3

Auch die Winora Group nimmt zum aktuellen E-Bike Test 2013 Stellung und stellt in ihrer Pressemitteilung fest, dass dem aufgetretenen Lenkerbruch umgehend auf den Grund gegangen werde. In der Praxis sei bisher kein Ausfall dieses Bauteils festgestellt worden.

Winora hebt zudem hervor, dass mit dem Winora C2 AGT und dem Hercules Tourer 8 Pro diverse E-Räder der Winora-Gruppe unter den besten vier des Tests bewertet wurden.

Die komplette Mitteilung lesen Sie hier: Stiftung Warentest Testurteil beim Sinus B3 (PDF).

Der VCD zum E-Rad Test der Stiftung Warentest/ ADAC

Auch der VCD nimmt in einer aktuellen Pressemitteilung Stellung zum Pedelectest 2013. Der kürzlich ernannte E-Rad-Experte Wasilis von Rauch des VCD teilt dabei Folgendes mit:

Der Test zeigt zunächst einmal, dass bei sehr großen Belastungen und 20.000 Kilometern simulierter Fahrt nicht alles so stabil ist, wie es sein sollte. Die Branche muss sich das zu Herzen nehmen und Bauteile, wie Lenker oder Rahmen, auch für extreme Belastungen auslegen. Im Zweifel also mehr Sicherheit einplanen.  Wasilis von Rauch

Zum Thema äussert sich auch Wolfram Hartmann, welcher seines Zeichens Vorstand des Händlerverbunds Feine Räder e.V. und Mitglied im Beirat des VCD Projekts „Besser E-Radkaufen“ ist:

Fälle von Lenkerbrüchen treten seit Anfang der neunziger Jahre nur noch im Sportbereich auf. Daher empfehlen wir allen, die sportlich fahren oder den Lenker sonst stark belasten, diesen regelmäßig auszutauschen. Ansonsten gibt es überhaupt keinen Grund zur Sorge. Alltagsradler sollten sich nicht beirren lassen.  Wolfram Hartmann

Auch zum Rahmenbruch des Flyer-E-Bikes teilt Wolfram Hartmann mit:

Unsere Händler verkaufen das betroffene Modell C-Flyer seit vielen Jahren, mittlerweile rund 4000 Stück, einen Rahmenbruch hat es noch nie gegeben.  Wolfram Hartmann

Zudem stellt der VCD fest, dass das Flyer-Pedelec erst kürzlich den Dauertest über 20.000 Kilometer der Zeitschrift ÖkoTEST unbeschadet und ohne Rahmen- oder Lenkerbrüche überstanden hatte.

Weiter teilt der VCD mit:

E-Räder müssen weiter verbessert werden. Das betrifft die Lebensdauer und die Sicherheit der Akkus, die Standardisierung der Ladegeräte und die mögliche Zuladung. Doch das durch den Test erzeugte Bild, man müsse auf einem E-Rad um sein Leben fürchten, ist überzogen und unberechtigt.  Verkehrsclub Deutschland VCD

Die komplette Pressemitteilung lesen Sie auf den Seiten des VCD: E-Rad Test der Stiftung Warentest: Wie groß sind die Risiken wirklich?