Pedelec Unfälle können genauso passieren wie Fahrradunfälle, dabei spielt der Motor nicht die entscheidende Rolle.
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Die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster hat eine Masterarbeit über Pedelec Unfälle durchgeführt.

Dabei kam heraus, dass Pedelec Fahrer nicht öfter verunglücken als Nutzer von herkömmlichen Fahrrädern. Allerdings sind die Unfallfolgen meist schwerer.

Diese Erkenntnisse werden durch eine „Tiefenanalyse von Pedelec-Unfällen in Baden-Württemberg“ gewonnen, wobei die Unfallstatistiken des Bundeslandes ausgewertet wurden.

Gleichzeitig hatte man noch Interviews mit verletzten Fahrern per Telefon geführt, wodurch die Erkenntnisse ergänzt wurden.

Pedelec Unfälle meist mit schwereren Folgen

Laut Ergebnissen der Studie sind Pedelec-Fahrer meist mit höherer Geschwindigkeit unterwegs als Fahrer, deren Räder mit reiner Muskelkraft angetrieben werden.

Trotzdem sind diese meist nicht mit der Maximalgeschwindigkeit des Elektromotors von 25 km/h unterwegs. Im Durchschnitt sind es nur 15 bis 20 Kilometer pro Stunde.

Auch führten die meisten verunglückten Fahrer ihren Unfall nicht auf die spezifischen Eigenschaften ihres Pedelecs zurück, sondern auf einen Fahrfehler ihrerseits.

Laut ADFC ist dabei noch das Alter der Nutzer von Pedelecs zu bedenken, welches meist höher liegt als das herkömmlicher Radfahrer. Die älteren Nutzer sind einfach verletzlicher als junge Fahrer, was sich in gravierenderen Verletzungen äußert. Auch werde die Geschwindigkeit der Senioren wohl oft von anderen Verkehrsteilnehmern unterschätzt.

Die Erkenntnisse decken sich mit einer Auswertung der Unfallstatistik im Freistaat Bayern vom ersten Halbjahr 2012, wobei die Pedelec Unfälle extra aufgenommen wurden. Auch dort sei kein höheres Unfallrisiko für E-Bikes feststellbar gewesen.

Eher wurde das Risiko eines Unfalls dort an der gefahrenen Geschwindigkeit festgemacht, welche mit dem Pedelec, dem S-Pedelec aber ebenso auch mit normalen Fahrrädern erreicht werden könne.

Mögliche Auswege zur Verringerung von Pedelec Unfällen

Interessante Vorschläge bringt der Verein ExtraEnergy e.V. zur Reduzierung der Unfälle mit den Pedelecs und E-Bikes:

Zum einen sollten Pedelecs mit einer durch den Akku versorgtem Scheinwerfer mit integriertem Tagfahrlicht unterwegs sein, welcher mehr Licht als die zur Zeit noch auf 10 Lux begrenzte Lichtabgabeleistung liefern darf.

Auch die Integration von Blinkern in Pedelecs sollte vorgeschrieben werden, da die meisten Unfälle bei Kreuzungssituationen und beim Abbiegen registriert werden.

Innovative Ideen hierzu gibt es heute schon. Als Beispiel soll hier BlinkerGrips dienen, welche sich einfach an fas jedes Pedelec oder E-Bike mit Tourenlenker nachrüsten lassen. Ein Video hierzu zeigt die Sicherheitsvorteile:

Die BlinkerGrips wurden schon national und international ausgezeichnet. Leider sind zum Abbiegen in Deutschland trotzdem noch Handzeichen vorgeschrieben. 🙁
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Weiter stellt ExtraEnergy fest, dass in keiner der Studien Pedelec Unfälle aufgrund von Rahmen- oder Lenkerbrüchen verzeichnet worden ist. Also ganz abweichend zum aktuellen Test der Stiftung Warentest und des ADAC.

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