MIFA verändert sich
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Die MIFA Mitteldeutsche Fahrradwerke AG veräußert ein Betriebsgrundstück für 5,7 Mio. Euro an den Landkreis Mansfeld-Südharz. Das wirtschaftliche Eigentum soll bei der MIFA verbleiben.

Das Grundstück wird von der MIFA weiterhin vollumfänglich genutzt und zu marktüblichen Konditionen im Rahmen einer Sale & Leaseback-Vereinbarung zurück gemietet.

Daneben hat das Unternehmen mit weiteren wesentlichen Vertragspartnern, darunter Lieferanten, Kunden, Gesellschafter und Finanzierungsgeber, Vereinbarungen getroffen, die zur weiteren Finanzierung des laufenden Geschäfts beitragen.

MIFA-Vorstand Hans-Peter Barth zeigt sich erfreut:

Das Engagement des Landkreises Mansfeld-Südharz, insbesondere der unermüdliche Einsatz des Landrates Dirk Schatz, unterstreicht die Verwurzelung der MIFA in ihrer Heimatregion. Trotz einer gewissen Verunsicherung nach der Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung vom 20. März haben wir zudem festgestellt, dass sich die MIFA auch in schwierigen Zeiten auf ihre Partner verlassen kann. Die Finanzierung des laufenden Geschäftsbetriebs und die Liquidität des Unternehmens sind weiterhin sichergestellt.

Dr. Stefan Weniger neuer CRO (Vorstand für Reorganisation und Sanierung)

Zudem hat der bisherige MIFA-Vorstand Herr Peter Wicht sein Amt als Vorstand aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Der Aufsichtsrat hat Herrn Dr. Stefan Weniger heute als weiteres Vorstandsmitglied der Gesellschaft bestellt.

Herr Dr. Weniger wird die Bereiche Reorganisation und Sanierung (CRO – Chief Recovery Officer) verantworten und tritt im Vorstand an die Seite des zum 20. März 2014 zum Vorstand für Finanzen und Verwaltung berufenen Hans-Peter Barth.

Herr Dr. Weniger ist Rechtsanwalt und Betriebswirt und als Geschäftsführer der hww Unternehmensberater GmbH tätig, die seit über 35 Jahren zu den führenden Sanierungsberatungen in Deutschland gehört.

Sanierungsgutachten wird erstellt

Wie angekündigt prüfen Aufsichtsrat und Vorstand der MIFA derzeit das Zustandekommen des im Geschäftsjahr 2013 voraussichtlich entstandenen Jahresfehlbetrags. In diesem Zuge greift das Unternehmen auch auf die Beratungsgesellschaft EY Ernst & Young zurück, die im Auftrag der MIFA ein Sanierungsgutachten erstellt, auf dessen Grundlage weitere Maßnahmen zur künftigen Ausrichtung des operativen Geschäfts getroffen werden sollen. Das Sanierungsgutachten soll im Laufe des zweiten Quartals fertig gestellt werden.

Die von der MIFA mit der Erstellung eines Emissionsratings für die im August 2013 begebene Unternehmensanleihe beauftragte FERI EuroRating Services AG teilte der MIFA mit, das Emissionsrating von „BBB-“ auf „B-“ herunter gesetzt zu haben. Die FERI EuroRating Services AG hatte die MIFA unmittelbar nach Veröffentlichung der Ad-hoc-Mitteilung am 20. März gebeten, weitergehende Informationen zur Verfügung zu stellen.

Derzeit können jedoch von der MIFA wegen der noch einzuleitenden Restrukturierungsmaßnahmen sowie der weiter laufenden Aufklärung der Verbuchungsfehler nur begrenzt Informationen zur Verfügung gestellt werden. Der Jahresabschluss für das Geschäftsjahr 2013 wird wie angekündigt voraussichtlich im Juni vorliegen.

Operatives Geschäft nicht beeinträchtigt

Sowohl die Produktion als auch der Absatz der MIFA laufen derzeit auf einem hohen Niveau. Wie in der Fahrradindustrie üblich, wird in den Frühjahrsmonaten in Anbetracht der gerade gestarteten Fahrradsaison der wesentliche Teil der gefertigten Räder ausgeliefert und von den Kunden bezahlt.

Der MIFA-Vorstand blickt vorsichtig optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr: „Die Auftragslage war im ersten Quartal auf einem gewohnten Niveau, auch für das zweite Quartal ergibt sich ein saisontypischer Auftragsbestand.

Unsere Produktion läuft normal und erfährt durch die am 20. März mitgeteilten Themen keine Einschränkungen. Trotzdem betrachten wir das Jahr 2014 angesichts des zu Tage getretenen Verlusts und der einhergehenden strukturellen Maßnahmen als Jahr der Reorganisation.

Aus heutiger Sicht dürfen wir ab 2015 wieder deutliche Verbesserungen bei den operativen Kennzahlen erwarten, dies wird auch gestützt durch die aktuellen Erkenntnisse von EY Ernst & Young.“

Verhandlungen mit Hero verlaufen vielversprechend

Auf einem guten Wege sind zudem die Verhandlungen mit dem indischen Fahrradhersteller Hero Cycles Ltd. (HERO) mit Blick auf eine strategische Partnerschaft in den Bereichen Beschaffung und Produktentwicklung.

Gemäß einer im März unterzeichneten Absichtserklärung ist weiterhin eine Eigenkapitalbeteiligung seitens HERO in Höhe von 15 Mio. Euro vorgesehen. Rechtsverbindliche Vereinbarungen mit HERO werden innerhalb der kommenden Wochen erwartet.

Quelle & Text: PM Mifa AG