Passive Fortbewegung von klein auf?
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Die Strategie von Harley-Davidson, sich in Zukunft vermehrt auf den Verkauf von E-Motorrädern zu konzentrieren, hat noch nicht so recht eingeschlagen. Für 2019 rechnet das Unternehmen mit dem schwächsten Absatz seit Jahren. Nicht nur deshalb hat man sich jetzt mit dem Anbieter von Kinder-E-Bikes StaCyc verstärkt. Man hofft, sich die zukünftige Zielgruppe so heranziehen zu können.

Zum Zukauf teilt Harley-Davidsons Senior Vice President of Marketing und Brand, Heather Malenshek, mit:

Wir freuen uns, dass StaCyc Teil der Harley-Davidson-Familie geworden ist. Das StaCyc-Team teilt die gleiche Vision, die wir für den Aufbau der nächsten Generation von Fahrern weltweit haben, und wir glauben, dass wir gemeinsam großen Einfluss darauf haben werden, Kindern den Spaß und die Freude am Fahren zu bringen.Heather Malenshek

Seit seiner Gründung hat StaCyc mehr als 6.000 neue Fahrer für seine seine elektrischen Zweirad-Kinderprodukte gewonnen. Das Unternehmen war dabei der erste Anbieter einer völlig neuen Kategorie sowohl im Motorrad- als auch im Fahrradmarkt.

Zur Akquirierung seines Unternehmens teilt, sagte Ryan Ragland, Gründer von StaCyc, mit:

Nach einigen Gesprächen mit Harley-Davidson stellten wir fest, dass der Ethos unserer Marken und unser Engagement, mehr Motorradfahrer zum Motorradfahren zu bewegen, unglaublich aufeinander abgestimmt waren. Die Möglichkeit, mit dem Team von Harley-Davidson zusammenzuarbeiten und die Unterstützung bei der Erfüllung unserer Mission zur Entwicklung der nächsten Generation von Fahrern zu haben, ist aufregend. Zusammen entwickeln wir einen Plan, der unsere Fähigkeit, der Industrie dabei zu helfen, so viele Fahrer wie möglich zu entwickeln, schnell nachverfolgt.Ryan Ragland

Ein Video zeigt auf, was sich die Macher unter einem „Stability Cycle“ vorstellen:

Mehr unter www.stacyc.com.

Unsere Meinung

Bei den Produkten der akquirierten Firma handelt es sich um per Gashebel steuerbare Elektromotorräder für die Kleinsten, die dadurch schon von klein auf zur passiven Fortbewegung erzogen werden.

Anstatt sich selbst zu bewegen und ein eigenes Gefühl für das Verhältnis der Kräfte, für Aktion und Reaktion zu bekommen, sollen sich die Kleinen hier nur daraufsetzen und so schon in jüngsten Jahren zu einer grundsätzlichen Bewegungsfaulheit getrimmt werden.

Schon auf der letzten Eurobike zeigten einige Hersteller Pedelecs für Kleinkinder, die wir persönlich zwar genauso ablehnen, die aber noch den Vorteil des Zwangs zu einer aktiven Bewegung bieten. Wir hoffen sehr, dass diese Entwicklung nicht hier herüber schwappt.