KI beeinflusst vor allem die Produktrecherche, während der stationäre Handel auch bei Neu- und Gebrauchträdern gefragt ist. Serviceangebote bieten weiteres Potenzial für die Kundenbindung.
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Künstliche Intelligenz, Werkstattgeschäft und gebrauchte Fahrräder zählen zu den Themen, die den Fahrradfachhandel künftig stärker beschäftigen könnten. Das zeigt der Alteos Rad-Report 2026, für den das Marktforschungsunternehmen Civey im Auftrag von Alteos 5.000 Radfahrende und 150 Beschäftigte im Fahrradeinzelhandel befragt hat.

Persönliche Beratung bleibt gefragt

65,8 Prozent der befragten Radfahrenden würden ein neues Fahrrad bevorzugt im stationären Fachgeschäft kaufen. Bei E-Bike-Besitzenden liegt der Anteil bei 74,3 Prozent, bei Lastenrad-Besitzenden bei 71,5 Prozent. Zudem haben sich 52,1 Prozent vor dem Besuch im Fachhandel noch nicht auf eine Marke oder ein Modell festgelegt. Das unterstreicht die Bedeutung der persönlichen Beratung für die Kaufentscheidung.

Künstliche Intelligenz spielt bislang vor allem bei der Produktrecherche eine Rolle. Insgesamt haben 11,0 Prozent der Befragten innerhalb der vergangenen zwölf Monate KI für Recherchen rund ums Fahrrad genutzt. Bei den 18- bis 29-Jährigen waren es 21,3 Prozent. Unter den KI-Nutzenden ging es dabei am häufigsten um Funktionen und Ausstattung (24,2 Prozent) sowie Bewertungen (21,6 Prozent). Bei der Wahl des Händlers spielte KI mit 3,7 Prozent dagegen kaum eine Rolle.

Auf Handelsseite beschäftigen sich laut Studie 34,5 Prozent der befragten Betriebe aktiv mit ihrer Sichtbarkeit in KI-Systemen.

Werkstatt und Service als Ansatzpunkte

Nach dem Fahrradkauf sieht die Studie weiteres Potenzial für den Fachhandel. 61,9 Prozent der Radfahrenden haben in den vergangenen zwölf Monaten keine Serviceleistungen des Fachhandels in Anspruch genommen. Die Gründe dafür lassen sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten. Gleichzeitig bieten 23,2 Prozent der befragten Handelsbetriebe derzeit keine After-Sales-Leistungen an. Kunden, die solche Angebote nutzen, sind den Studienergebnissen zufolge überwiegend zufrieden.

Bei der Wahl einer Werkstatt stehen fachliche Kompetenz und verlässliche Abläufe im Vordergrund. 52,2 Prozent nennen qualifizierte Mechaniker als wichtiges Kriterium. Es folgen transparente Kostenschätzungen mit 40,6 Prozent und schnelle Reparaturen mit 39,1 Prozent.

Auch zusätzliche Serviceangebote stoßen auf Interesse: 28,7 Prozent der Befragten interessieren sich für mehrjährige Wartungspakete, 26,7 Prozent für Akku-Austausch-Garantien und 19,7 Prozent für Fahrrad-Schutzbriefe, einschließlich Pannenhilfe. Für den Fachhandel könnten solche Leistungen Möglichkeiten schaffen, wiederkehrende Umsätze zu erzielen und Kunden über den Kauf hinaus an den Betrieb zu binden.

Gebrauchträder gewinnen an Bedeutung

Auch im Gebrauchtfahrradmarkt zeigt sich eine starke Position des stationären Handels. 39,0 Prozent der potenziellen Gebrauchtradkäufer würden ihr Fahrrad bevorzugt im Fachgeschäft kaufen. Private Online-Marktplätze kommen auf 14,3 Prozent. Unter E-Bike-Besitzenden liegt die Präferenz für den Fachhandel bei 46,8 Prozent.

Zugleich gewinnt das Geschäftsfeld auf Händlerseite an Bedeutung. Während 2025 lediglich 0,9 Prozent der befragten Betriebe den Gebrauchtradverkauf als relevantes Geschäftsfeld betrachteten, wollen sich inzwischen 10,0 Prozent innerhalb der kommenden zwölf Monate darauf konzentrieren.

Geprüfte Qualität, fachkundige Beratung und zusätzliche Serviceleistungen können dabei wichtige Unterscheidungsmerkmale gegenüber privaten Verkaufsplattformen sein.

Studie untersucht Veränderungen im Handel

Der Alteos Rad-Report 2026 trägt den Titel „Neuorientierung im Fahrradfachhandel“ und verbindet die Befragungsergebnisse mit Einschätzungen und Praxisbeispielen aus Handel und Industrie. Die Online-Befragung wurde von Civey im Auftrag von Alteos zwischen dem 2. Juni und dem 21. August 2026 durchgeführt. Ergänzend wurden 2.500 Radfahrende befragt, die bereits mindestens einmal KI zur Recherche eingesetzt hatten. Die Ergebnisse wurden quotiert und gewichtet.

Ausgewählte Themen will Alteos auch in digitalen Gesprächsrunden aufgreifen. Am 3. November 2026 um 10 Uhr stehen die Zukunft der Fahrradwerkstatt sowie die Gewinnung und Bindung von Fachkräften auf dem Programm. Am 9. Dezember 2026 um 12 Uhr geht es um das Gebrauchtradgeschäft als eigenständiges Geschäftsfeld für den Fachhandel. Die Gespräche werden von der Bike-Journalistin Sissi Pärsch moderiert.

Der vollständige Alteos Rad-Report steht beim Unternehmen zum Download bereit.

Quelle: PM Alteos
Bild: Alteos