Das neue E-Mountainbike der Kanadier integriert einen eigens kreierten Antrieb und eine große Batterie im leichten Carbonrahmen
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Kaum ein Fahrradhersteller weltweit kommt an E-Bikes vorbei, an E-Mountainbikes derzeit schon gar nicht. Auch der kanadische Hersteller Rocky Mountain springt für 2018 auf den Zug auf und präsentiert mit dem Altitude Powerplay ein neu konstruiertes E-Mountainbike, welches etablierten Modellen das Fürchten lehren soll.

Anders als fast alle anderen E-Mountainbikes, die zumeist mit Antrieben von Bosch oder Shimano ausgerüstet sind, kochen die Kanadier hier ihr eigenes Süppchen und haben extra einen eigenen Elektro-Antrieb entwickelt.

Kann das Rocky Mountain Altitude Powerplay damit der Konkurrenz etwas entgegenhalten?

Das Altitude Powerplay von Rocky Mountain im Detail

Abgeleitet vom regulären Altitude besitzt auch das Altitude Powerplay exakt die bewährte Geometrie und Federungsperformance seines motorlosen Pendants. Es soll laut Hersteller damit sogar das erste E-MTB sein, welches mit den Fahrqualitäten eines vergleichbaren Bikes ohne elektrischen Antrieb aufwarten kann.

Ob das so ist, wird sich bei Fahrtests erst noch herausstellen müssen. Fakt ist auf jeden Fall, dass das E-MTB eine grundlegende Neukonstruktion ist, für welche sowohl der Hauptrahmen als auch die zugehörige Antriebseinheit komplett neu entwickelt wurde.

Das Powerplay™ Antriebssystem

Herz des neuen E-Mountainbikes aus Kanada ist demnach das Powerplay™ Antriebssystem, welches im 48V-Bereich läuft und mit dem höchsten Drehmoment seiner Klasse aufwarten soll. Wie groß dieses ist, möchte der Hersteller bis zum heutigen nicht preisgeben. Warum eigentlich nicht?

Anders als bei den meisten anderen Mittelmotoren gehört das Tretlager (Standard BB92) des Altitude Powerplay nicht zum Motor, sondern befindet sich an gewohnter Position im Rahmen. Der Antrieb, welcher für einen tiefen Schwerpunkt so weit unten wie möglich eingebaut ist, treibt über ein zusätzliches Zahnrad die Kette an.

Per Andrückrolle mit Sensoreinheit wird über die Spannung der Kette die benötigte Antriebskraft festgestellt und der Steuerung mitgeteilt. Wie feinfühlig dies funktioniert, wird ebenfalls ein möglicher Fahrtest aufzeigen.

Trotz zweier zusätzlicher Umlenkrollen samt Antriebszahnrad soll der Motor sehr leise laufen und seine Kraft verzögerungsfrei und direkt auf die Kette bringen. Als ideale Trittfrequenz mit dem höchsten Wirkungsgrad nennt der Hersteller 77 U/min. Das Pedal Assist System des Altitude Powerplay soll eine geschmeidige und unmittelbare Performance für ein natürliches, intuitives Fahrerlebnis ohne Lernkurve ermöglichen.

In Sachen Akku stellt der Hersteller zwei Varianten zur Auswahl, wobei die beiden Top-Modelle schon von Haus aus die größere Batterie mit 632 Wh besitzen. Das Basismodell muss sich mit immer noch guten 500 Wh begnügen, kann aber bestimmt optional auf die größere Version erweitert werden. Die Akkus mit 18650er Samsung-Zellen finden ihren Platz geschützt im Unterrohr.

Trotz der schieren Größe der Energiespeicher sollen diese sehr schnell wieder aufgeladen werden können. Innerhalb vier Stunden sollen beide Akkublocks wieder randvoll sein, wobei sogar die 632-Wh-Batterie innerhalb zwei Stunden auf 80 Prozent ihrer Kapazität gebracht werden kann.

Rahmen aus Carbon

Für die Gewichtreduzierung und für die Integration des Antriebssystems ist der Hauptrahmen des neuen Modells aus Carbon gefertigt. Trotzdem soll der Rahmen aus dem sogenannten Smoothwall™ Carbon ausgesprochen steif und schlagfest sein. Auch die Kabelführung übernimmt der Rahmen zu einem großen Teil.

Beim Topmodell Carbon 90 besteht auch der Hinterbau aus Carbon, während bei den anderen Modellen Aluminium für die Herstellung desselben verwendet wurde. In Sachen Lager setzt man beim E-MTB auf gedichtete Kugellager, die nahezu wartungsfrei und langlebig sein sollen.

Smoothlink™ Federung

Die Federung stellt vorne 160 mm und hinten 150 Millimeter Federweg bereit. Dafür kommt an der Front die bewährte Fox 36 Float in der E-Bike Ausführung zum Einsatz, während hinten ein Fox Float DPS Dämpfer seine Arbeit macht. Nur am Einstiegsmodell sind Komponenten von Rock Shox (Yari Gabel und Deluxe RT Dämpfer) verbaut.

Schaltung, Bremse und Reifen

In Sachen Schaltung setzt man bei Rocky Mountain auf die eMTB-spezifische Sram EX1, die acht Gänge in passender Abstufung und 436 % Übersetzungsbandbreite bietet. Damit sollte kein Anstieg zu steil sein.

Auch bei den Bremsen vertraut der Hersteller beim Altitude Powerplay auf Komponenten von Sram. Hier kommt die ebenfalls eMTB-spezifische Guide RE zum Einsatz die in jeder Situation genügend Biss und Ausdauer bereitstellen dürfte.

Das Modell ist mit seinen 40 mm breiten Sun Düroc Laufrädern in 27,5 Zoll für Plus-Bereifung vorbereitet, ist aber ab Werk mit 2,5 “ breiten Maxxis Minion DHF-Reifen ausgerüstet. Das passt laut der Kanadier besser zum Anforderungsprofil des neuen E-MTB. Das Top-Modell ist übrigens auch mit Carbonfelgen ausgerüstet.

Weitere Ausrüstung

Die weitere Ausstattung umfasst bewährte, ausgereifte Komponenten wie z.B. Fox Transfer Sattelstütze, Race Face Lenker oder WTB Sattel und ist dabei bestens auf das E-Mountainbike und dessen Einsatzgebiet abgestimmt.

Altitude Powerplay Modelle

Drei Modelle mit unterschiedlicher Ausrüstung stehen anfangs in jeweils vier Größen zur Verfügung. Den Einstieg bildet das Altitude Powerplay Carbon 50, welches demnächst für 6.000 EUR bei den Händlern stehen soll.

Darüber rangiert das Altitude Powerplay Carbon 70, welches den größeren Akku und höherwertige Komponenten mitbringt und ab 7.000 EUR kosten soll.

Top-Modell ist das Rocky Mountain Altitude Powerplay Carbon 90, das mit kompletten Carbonrahmen und weiteren Top-Komponenten ausgeliefert wird. Es soll ab 9.700 EUR kosten.

Hier noch ein Video, welches die Vorzüge des neuen Modells verdeutlichen soll:

Fazit & Verfügbarkeit

Es scheint, als könnte Rocky Mountain mit dem neuen Altitude Powerplay einen großen Wurf gelandet haben. Wie sich das E-MTB gegen seine Mitbewerber schlägt bleibt abzuwarten. Gute Chancen für einen Erfolg scheinen jedenfalls da zu sein.

Alle weiteren Informationen gibt es direkt bei den Kanadiern.