Die niederländische Accell Group, einer der führenden europäischen Fahrradhersteller in Europa, will seinen Standort in Heerenveen laut einer aktuellen Meldung umstrukturieren: Künftig soll der niederländische Standort vor allem als Zentrum für Design, Engineering und unterstützende Funktionen dienen. Die bisher dort ansässige Fertigung wird schrittweise verlagert, die Schließung der Fabrik ist für Ende des ersten Quartals 2026 geplant.
Die Entscheidung ist Teil von Accells umfassendem Transformationsprogramm, das Produktion an weniger Standorten bündeln soll – insbesondere in Ungarn und einem Satellitenstandort in Dijon, Frankreich. Schon die Veräußerung des Werks in der Türkei deutete auf die Strategie der Produktionskonsolidierung hin. Das Unternehmen verspricht mehr Effizienz, Flexibilität und Qualität. Kritiker dürften jedoch die Konsequenzen für die Belegschaft im Blick haben: Rund 160 Arbeitsplätze werden gestrichen, ein Sozialplan soll die Betroffenen unterstützen.
CEO Jonas Nilsson betont die Chancen: Heerenveen sei seit über 120 Jahren das Zentrum für Accells Design- und Entwicklungsarbeit. Die Konzentration auf Kernkompetenzen solle die Innovationskraft steigern und die Lieferleistung verbessern. Aus Unternehmenssicht sollen dadurch Doppelstrukturen vermieden und die Produktqualität über alle Marken hinweg konsistenter werden.
Aus Sicht von Mitarbeitenden und Gewerkschaften ist der Schritt heikel: Der Standortverlust von Fertigung bedeutet nicht nur Jobabbau, sondern auch einen Know-how-Verlust in der praktischen Herstellung von Fahrrädern. Bis die Umstrukturierung abgeschlossen ist, soll die Produktion ab September schrittweise übertragen werden.
Accells Transformationsprogramm ist Teil einer breiteren Strategie: Lagerbestände wurden reduziert, die Zahl der Lagerorte von 85 auf 28 gesenkt, langfristig sollen nur noch fünf Standorte betrieben werden. Das Unternehmen strebt zudem eine schlankere Kostenstruktur und vereinfachte Abläufe an.
Ob die Zentralisierung tatsächlich zu mehr Effizienz und Innovationskraft führt, bleibt abzuwarten. Klar ist: Für Heerenveen endet eine Ära der Fertigung – die lokale Belegschaft steht vor einer einschneidenden Veränderung.
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