Radfahren verbindet alltägliche Wege mit regelmäßiger Bewegung und kann damit zur Vorbeugung verschiedener Erkrankungen beitragen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) fordert deshalb, Radwege nicht allein als Verkehrsinfrastruktur, sondern auch als Gesundheitsinfrastruktur anzuerkennen. Der Bund müsse die Radverkehrsinfrastruktur stärker und verlässlicher fördern. Der Verband stellte diese Forderung im Rahmen des internationalen Symposiums „Gesundheit × Mobilität“ am 14. Oktober 2026 in Berlin vor.
Sichere Radwege als Voraussetzung für mehr Bewegung
Wie der ADFC betont, kann regelmäßiges Radfahren unter anderem das Herz-Kreislauf-System stärken und das Risiko für Typ-2-Diabetes senken. Bewegungsmangel verursacht laut WHO und OECD allein in Deutschland jährlich Behandlungskosten von zwei Milliarden Euro. Regelmäßiges Fahrradfahren von mindestens 100 Minuten pro Woche reduziere zudem die Gesamtmortalität um zehn Prozent.

ADFC | Symposium „GESUNDHEIT × MOBILITÄT — RADVERKEHR ALS
INVESTITION IN UNSERE ZUKUNFT“ am 14. Oktober 2026 © Dirk Michael Deckbar | +491723108973 | Mail@deckbar.de |
Auf dem Symposium wurden weitere gesundheitliche Vorteile aktiver Mobilität thematisiert. Dazu zählen mögliche positive Auswirkungen auf bestimmte Krebserkrankungen und die psychische Gesundheit. Francesca Racioppi von der WHO Europa hob hervor, dass es darum gehe, die Zahl der gesunden Lebensjahre zu erhöhen. Meredith Glaser vom Urban Cycling Institute Amsterdam bezeichnete jeden mit dem Fahrrad zurückgelegten Kilometer als unmittelbaren Beitrag zur Prävention.

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Ob Menschen das Fahrrad anstelle des Autos nutzen, hängt nach Einschätzung der Fachleute allerdings wesentlich von den vorhandenen Rahmenbedingungen ab. Insbesondere eine gute und sichere Radinfrastruktur sei entscheidend, um mehr Menschen für das Radfahren zu gewinnen.
ADFC will Gesundheits- und Verkehrspolitik verbinden
Bei der Veranstaltung diskutierten Vertreter des Gesundheitswesens, der Kommunen, der Wirtschaft und der Politik über die Bedeutung aktiver Mobilität. Unter ihnen waren Oliver Blatt vom GKV-Spitzenverband, Günter Riemer von der AGFK Baden-Württemberg, Christoph Moeller vom Bundesverband der Deutschen Sportartikel-Industrie sowie die Bundestagsabgeordneten Henning Rehbaum (CDU) und Johannes Wagner (Bündnis 90/Die Grünen).

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ADFC-Bundesvorsitzende Sarah Holczer stellte den Appell „Radwege sind Gesundheitsinfrastruktur“ vor. Die zentrale Forderung: Gesundheit solle nicht länger lediglich als positiver Nebeneffekt der Radverkehrspolitik betrachtet werden. Vielmehr müsse sie bei der Förderung der Infrastruktur stärker berücksichtigt werden.
Auch ADFC-Bundesgeschäftsführerin Caroline Lodemann sieht Verkehrspolitik und Gesundheitsvorsorge in gemeinsamer Verantwortung. Wer Menschen zu mehr Bewegung im Alltag ermutigen wolle, müsse ihnen sichere Wege dafür ermöglichen. Der Bund solle die Radverkehrsinfrastruktur daher langfristig verlässlich unterstützen.

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Breite Bündnisse für aktive Mobilität
Der ADFC möchte die Forderung gemeinsam mit weiteren gesellschaftlichen Akteuren voranbringen. Dazu ruft der Verband Organisationen und Institutionen aus dem Gesundheitswesen, den Kommunen, der Wissenschaft, der Wirtschaft, dem Sport und der Bildung auf. Ziel ist es, vorhandene Handlungsmöglichkeiten zu bündeln und mehr Bewegung im Alltag zu ermöglichen.
Das Symposium soll dafür einen Impuls geben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich die gesundheitlichen Vorteile des Radfahrens stärker in verkehrspolitischen Entscheidungen und bei der Finanzierung der Infrastruktur berücksichtigen lassen.

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Der Appell findet sich hier: https://www.adfc.de/fileadmin/user_upload/Landingpages/Symposium_2026/ADFC_Appell_Symposium_20261013.pdf



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