Das Modell verbindet eine Premium-Komponentenwahl mit einem sehr starken Antrieb und soll Komfort und entspanntes Fahren jeden Tag ermöglichen
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Mit dem Transterra Sport 9.0 hat Steppenwolf 2026 ein Modell im Programm, das zurückhaltend edel aussieht, es aber dennoch „faustdick hinter den Ohren“ hat. Das liegt zum einen an einer passenden Komponentenauswahl, zum anderen aber an der Ausrüstung mit dem brandneuen Avinox M2S-Antrieb, der bis zu 150 Nm an Drehmoment abgeben kann. Normalerweise ist ein solcher Kraftprotz-Motor eher in potenten E-Mountainbikes zu finden, in einem E-Trekkingbike mit stufenloser Nabenschaltung bekommt das Ganze dann noch ein ganz anderes „Geschmäckle“. Wie sich das Pedelec über den Testzeitraum geschlagen hat, findet man jetzt in unserem Testbericht.

Steppenwolf Transterra Sport 9.0 2026 im Detail

Das Transterra Sport 9.0 basiert auf dem Carbon-Diamond-Rahmen (nur zwei Rahmengrößen!) von Steppenwolf und bringt inklusive Akku selbst gemessene 25,77 kg auf die Waage.

Steppenwolf Transterra Sport 9.0 2026

Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei passablen 150 kg. Angeboten wird das Pedelec in den Rahmengrößen M und L sowie einzig in der Farbe Atlas Blue Glossy.

Für den Vortrieb sorgt der erst vor kurzem vorgestellte Avinox M2S, der ein maximales Drehmoment von 130 Nm bereitstellt (Boost: 150 Nm). Die Energieversorgung übernimmt ein fest integrierter 800-Wh-Akku von Avinox.

Damit steht eine vergleichsweise große Kapazität zur Verfügung, während das System mit dem ebenfalls von Avinox stammenden Ladegerät mit 168 W (4 A) geladen werden kann. Allerdings benötigt man dafür eine Steckdose in der Nähe des Pedelecs, was man vorher bedenken sollte.

Für die Steuerung und Anzeige des Antriebssystems ist das Avinox DP 100 Flat zuständig. Das Display ist direkt in das Oberrohr des Carbonrahmens integriert und fügt sich dadurch in die Rahmenkonstruktion ein, anstatt als separates Display auf dem Lenker montiert zu sein.

Die Bedienung der verbauten Schaltung erfolgt über einen manuellen Drehgriff am rechten Lenkerende. Zum Einsatz kommt eine Enviolo Heavy Duty, die ihre Übersetzungsbandbreite stufenlos zur Verfügung stellt. Die Kraftübertragung aufs die Nabe übernimmt dabei ein Gates Carbon Drive, der anstelle einer klassischen Kette für den Antrieb genutzt wird.

Für die Verzögerung ist eine hydraulische Scheibenbremsanlage von Shimano zuständig. Vorne kommt eine MT410 zum Einsatz, während am Hinterrad eine MT420 verbaut ist. Damit setzt Steppenwolf auf eine Kombination aus unterschiedlichen Komponenten innerhalb der Shimano-Bremsenfamilie.

An der Front arbeitet eine RockShox FS JUDY Silver, die den Komfort auf unebenen Untergründen erhöhen soll. Die Laufräder sind mit Schwalbe The Green Marathon bereift. Damit ist das Transterra Sport 9.0 mit einem Reifen ausgerüstet, der vor allem auf den Einsatz auf befestigten Wegen und im Alltag ausgelegt ist.

Die Beleuchtung übernimmt Litemove mit einem Scheinwerfer, der eine Lichtleistung von 110 Lux erreicht. Damit ist auch die Ausstattung für Fahrten bei Dunkelheit Bestandteil des Gesamtkonzepts.

Der Gepäckträger mit Federklappe kommt von Racktime und bringt das SNAPIT 2.0-System mit. Er ist allerdings nicht für die Montage eines Kindersitzes zugelassen.

Auf der Fahrt

Wir haben das Steppenwolf Transterra Sport 9.0 sowohl auf längeren Touren als auch im Alltag bewegt. Dabei fällt zunächst der Antrieb auf: Der Avinox M2S liefert ausgesprochen viel Kraft und macht auch an steileren Anstiegen kurzen Prozess.

Allerdings zeigte sich die Kombination aus Motor, Gates-Zahnriemen und Enviolo-HD-Nabe nicht immer als harmonisch. Die enorme Kraft des M2S könnte zeitweise dem nachfolgenden Antriebsstrang etwas zu viel zumuten, was sich bei nicht optimal gespanntem Riemen zuweilen in einem Überspringen des Zahnriemens zeigen könnte.

Auch beim Energieverbrauch hinterließ der M2S einen zwiespältigen Eindruck. Im Vergleich zum Avinox M1 benötigt er deutlich mehr Energie, was angesichts der höheren Leistung aber auch nicht überrascht.

Wer eine häufig genutzte Unterstützungsstufe in ihrer Leistung reduziert, kann die Reichweite allerdings spürbar erhöhen. Das Transterra Sport 9.0 lässt sich damit durchaus ausdauernder bewegen, ohne dass im Alltag zwingend auf eine hohe Unterstützung verzichtet werden muss.

Die Wahl der Übersetzung erfolgt über den bekannten Drehgriff von Enviolo. Das klingt zunächst praktisch, hat in der während der Fahrt aber einen Nachteil: Zum Wechseln muss das Treten kurzzeitig unterbrochen werden.

Gerade bei wechselnden Steigungen oder im Stadtverkehr störte uns der damit verbundene kurzzeitige Zugkraftverlust. Hat zudem einen längeren Nachlauf des Antriebs eingestellt, wollte in dieser Kombination doch manchmal eher wenig Freude aufkommen.

Ansonsten zeigt sich das Transterra Sport 9.0 als gut ausgestattetes und sauber verarbeitetes Pedelec. Die Beleuchtung (leider ohne Fernlicht) passt ebenso zum Gesamtkonzept wie die stabilen Schutzbleche. Die Luftfedergabel lässt sich gut abstimmen und arbeitet wirkungsvoll, während die absenkbare Federsattelstütze zusätzlichen Komfort bringt.

Auch der Gepäckträger erfüllt seinen Zweck. Die Federklappe ist praktisch, wenn unterwegs spontan etwas eingekauft werden soll. Etwas mehr erwartet von einem E-Trekkingbike hätten wir dagegen in Sachen Transport von Seitentaschen. Entsprechende Rails hätten den Gepäckträger deutlich vielseitiger gemacht, fehlen aber vermutlich zugunsten des insgesamt sehr klar gehaltenen Designs.

Im direkten Vergleich mit dem ebenfalls von uns gefahrenen Velo de Ville Revo-C mit Avinox M1 und Kettenschaltung wirkt das aktuellste Transterra Sport 9.0 nicht ganz so spritzig und auch nicht ganz so ausdauernd.

Interessant war zudem der Vergleich mit dem Vormodell des Transterra Sport 9.0: Auch dieses ging etwas sparsamer mit der verfügbaren Energie um und stand dem aktuellen Modell in anderen Punkten nicht nach. Einen deutlichen Unterschied gibt es allerdings – und der lässt sich kaum übersehen: Die unbändige Kraft des neuen Avinox M2S.

Die Navigationsfunktion des Avinox ist derzeit noch im Beta-Status. Somit zeigt sie sich doch noch etwas rudimentär und noch nicht ganz ausgereift. Wenn man eine Tour plant, was auch über externe Dienste möglich ist, und diese dann als GPX-Datei dem System zur Verfügung stellt, hält sich dieses stur an die Route und lässt keine Abweichungen zu.

Dies quittiert das Avinox-System dann mit zeitweise nervigen Piepen (abschaltbar), ohne aber eine alternative Route zum Ziel zu berechnen. Auch die Darstellung auf dem Touch-Display ist für unseren Geschmack nicht optimal. Hier wären dauerhafte Piktogramme oder die Anzeige der Strecke mit Abzweigungen deutlich besser.

Man kann das System mit komoot und Strava verknüpfen, um seine Touren mit diesen Diensten zu synchronisieren oder auch Touren abzurufen (?). Das haben wir mangels entsprechendem Konto nicht gemacht. Nutzt das überhaupt noch jemand? 😉

Die gefahrenen Touren können (für Mutige) über die Avinox-Cloud gesichert werden, oder auch einfach downgeloaded werden, um sie auf einem Dienst der eigenen Wahl zu integrieren.

Die noch unausgegorene Funktionalität kann man dem Transterra Sport selbst wirklich nicht anlasten, sondern ist eine Sache des Avinox-Systems, welches sich wahrscheinlich in Zukunft noch verbessern wird. Denn am Avinox-System wird aktiv gearbeitet. Immer wieder werden dem Nutzer Updates für die Bauteile wie Antrieb oder Bediensatelliten angezeigt.

Hat man sich per Smartphone mit dem System verbunden, stehen einem eine Vielzahl an weiteren Einstellmöglichkeiten zur Auswahl. Neben diversen Informationen kann zum Beispiel auch die Anzeige und Reihenfolge der (noch) vorkonfigurierten Display-Screens angepasst werden.

Wer eine SIM verbaut, kann noch weitere Funktionen freischalten oder auch den Diebstahlschutz um Warnungen erweitern. Wir sind gespannt, wohin sich das System noch entwickelt und fahren bis dahin lieber noch ein paar Kilometer. Denn Kilometerfressen geht mit dem Steppenwolf gut.

Steppenwolf Transterra Sport 9.0 2026

Steppenwolf Transterra Sport 9.0 2026

Steppenwolf Transterra Sport 9.0 2026

Motor: Avinox M2S, 1.300 W, 150 Nm
Batterie: Avinox 800, 800 Wh
Display: Avinox DP 100 Flat
Rahmen: Steppenwolf 29″ Carbon Diamond
Gabel: Rock Shox FS Judy Silver, 120 mm
Schaltung: Enviolo Heavy Duty, stufenlos (manuell)
Bremsen: Shimano MT410/420, 180 mm v/h
Kurbelgarnitur: Miranda
Vorbau: Ergotec 6
Sattelstütze: Limotec
Sattel: Selle Royal
Laufräder: n/a
Reifen: Schwalbe The Green Marathon
Gewicht: 25,77 kg (gemessen)
zul. Gesamtgewicht: 150 kg
Preis: 5.199 EUR

Fazit

Das Steppenwolf Transterra Sport 9.0 ist ein hochwertig verarbeitetes und komfortabel ausgestattetes Pedelec, das mit dem Avinox M2S vor allem eines bietet: sehr viel Kraft. Allerdings ist genau diese Stärke nicht in jeder Hinsicht ein Vorteil. In Kombination mit Gates-Zahnriemen und Enviolo-HD-Nabe zeigte sich der Antrieb zeitweise als zu kräftig (Variante mit Kettenschaltung bei Steppenwolf als 9.1 aber verfügbar), zudem verlangt der M2S deutlich mehr Energie als der kleinere M1. Mit angepasster Unterstützungsleistung lässt sich die Ausdauer verbessern. Ansonsten überzeugt das Transterra Sport 9.0 mit einer gelungenen Ausstattung und hohem Komfort. Wer maximale Motorleistung sucht und mit dem hohen Energiebedarf leben kann, bekommt ein bärenstarkes Touren- und Alltags-Pedelec. Unser Eindruck vom Vormodell zeigt allerdings auch, dass mehr Motorleistung nicht automatisch mehr Fahrspaß bedeutet.

PRO
  • stabiler, schön designter Rahmen
  • sehr kräftiger Motor
  • große Batterie
  • kräftige Bremsen
  • wartungsfreier Zahnriemen
  • guter Komfort dank Luftfedergabel und gefederter Variostütze
  • pannensichere, griffige Reifen
  • ergonomische Griffe
  • helle Lichtanlage
  • Gepäckträger mit Federklappe
  • stabile Schutzbleche
CONTRA
  • Enviolo HD unter Zug kaum schaltbar

Transparenzhinweis: Unser ausführlicher Test des Steppenwolf Transterra Sport 9.0 wurde von der Zweirad Union e-mobility GmbH & Produktion Co KG hinsichtlich der Produktionskosten unterstützt. Auf das Testergebnis und unsere Meinung hatte dies keinen Einfluss.