Aus Schorndorf in Baden-Württemberg kommt einer der kleinsten E-Bike Produzenten der Welt. Das Besondere an den Remsdale Pedelecs ist das sehr geringe Gewicht und der unscheinbar verbaute Elektroantrieb.
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Im Jahr 2009 hat Till Rydyger das Unternehmen gegründet und dafür seinen gut bezahlten Job als Ingenieur bei Daimler in Untertürkheim aufgegeben.

Zuerst wollte er gar keine Pedelecs bauen, sondern rasante Downhill-Bikes, bis er feststellte, dass der Markt dafür absolut gesättigt war.

Den Markennamen, unter welchem er seine ersten Prototypen vorstellte, Royal Rydyger Racing, nahm er nicht mit, als er sich schließlich für die Herstellung von elektro-unterstützten Fahrrädern entschied.

Anders als die meisten Hersteller von Pedelecs, sollte seine Modelle, die er dann ab 2010 unter dem neuen Markennamen Remsdale vertreiben wollte, aber nicht als solche zu erkennen sein.

So sollen alle seine exklusiven Remsdale E-Bikes mit einem sehr geringen Gewicht und der unsichtbaren Integration von Antriebsmotor und Batterie aufwarten.

Während der Anfangszeit lernte Till Rydyger, wie hart es ist, sich als Selbständiger ein Grundeinkommen aufzubauen. So reparierte er beispielsweise noch nebenher Fahrräder, um über die Runden zu kommen.

Doch trotz zahlreicher durchgemachter Nächte, an denen er an seinen Produkten getüftelt hat, bereut er seinen Schritt nicht und ist froh, den Schritt zum Aufbau einer eigenen Existenz gewagt zu haben.

Inzwischen kann er von seinem Unternehmen Remsdale leben, wobei er aber seine genauen Verkaufszahlen nicht preisgeben möchte: Einzig das Umsatzwachstum gibt er mit jährlich rund 60 Prozent an.

Der Einzelunternehmer ist auch heute noch sein einziger Mitarbeiter in Vollzeit, wobei ihm Studenten bei Auftragsspitzen auf Honorarbasis zeitweise zur Hand gehen.

Remsdale Manufaktur

Remsdale Manufaktur

Er vertreibt seine Pedelecs direkt vom Firmenstandort in Schorndorf, Händler gibt es keine. Die Kunden, meist rüstige Rentner mit einem Faible für schön designte Räder, kommen aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz.

Die Remsdale E-Bikes in der Übersicht

Insgesamt vier Modellreihen bietet die Manufaktur aus dem Remstal für die Saison 2015 an, wobei es seit Neuestem auch ein Modell mit Carbonrahmen gibt, welches ein Gewicht von nur 12,2 Kilogramm aufweist.

Das Remsdale 28″ Urban gibt es mit Diamantrahmen und auch als Tiefeinsteiger. Es soll als Alltagsfahrrad und als sportliches E-Bike für die Feierabendrunde gleichermaßen geeignet sein.

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Mit einem geringen Gewicht ab 16,5 Kilogramm und dem kräftigen Hinterradantrieb lässt es sich spritzig fahren und bietet dabei das Fahrgefühl eines hochwertigen Sportrades.

Der Antrieb, für Laien kaum zu erkennen, verschwindet aufgrund seines geringen Durchmessers spielend hinter der Kassette der verbauten Shimano XT Schaltung und soll doch mit einer ungewöhnlich hohen Antriebsleistung überzeugen.

Der gesamte Antrieb (Akku, Steuerung, Motor) ist eine komplette Eigenentwicklung von Remsdale. Zusammen hat das gesamte Antriebssystem (inkl. Akku) ein Systemgewicht von ca. 3,8 kg. Remsdale Antriebe sind damit nur halb so schwer wie die Modelle seiner Mitbewerber.

Von außen gar nicht zu erkennen ist der E-Bike Akku, den Till Rydyger raffiniert im Rahmen verschwinden lässt. Er bietet eine Kapazität von 310 Wattstunden, ist aus Zellen von Panasonic aufgebaut und kann den Fahrer laut Hersteller bis zu 80 Kilometer weit bringen.

Das Remsdale 28″ Urban kann in der Herrenversion ab 3.599 EUR direkt beim Hersteller erworben werden.

Auch als Tiefeinsteiger ist das Pedelec verfügbar, wobei hier das Einstiegsgewicht, die je nach Ausstattung variiert, bei rund 17,9 Kilogramm liegt. Das ist einzigartig in dieser Klasse!

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Das Modell mit tiefem Einstieg kostet ab Werk 3.499 EUR.

Ebenfalls hat die Remsdale Manufaktur ein angesagtes E-Mountainbike im Portfolio, das auf Laufrädern in 29 Zoll rollt und nur 15,4 Kilogramm auf die Waage bringt.

Damit kann es bei Fahrten auf der Straße und im Gelände überzeugen und überwindet spielend alle Berge, die dem Remsdale 29″ E-MTB in die Quere kommen.

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Bei der Entwicklung dieses E-Mountainbikes stand für Till Rydyger der Fahrspaß ganz oben auf der Liste. Der Antrieb erfolgt ebenfalls über den kleinen Hinterradmotor, der über den unsichtbar im Rahmen verbauten Akku mit Strom versorgt wird.

Das Hardtail mit Alurahmen und Rock Shox Gabel hat Bremsen und XT-Schaltung von Shimano verbaut und kann sich immer auf genügend Grip der Conti X King Bereifung verlassen.

Das Remsdale 29″ MTB kostet 3.999 EUR und wird dem Käufer viel Freude bereiten.

Ganz neu im Angebot ist das Remsdale 12.2 Carbon, dessen Name auch Programm ist: Sagenhafte 12,2 Kilogramm soll das Modell, dessen Rahmenteile aus Carbon gefertigt wurden nur auf die Waage bringen — einzigartig für ein Pedelec.

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Das Twelve Two unterstreicht die Philosophie des noch jungen Unternehmens in besonderer Weise, dessen Fahrzeuge vor allem eines sein sollen: leicht, sexy und schnell.

Wie es sich für ein Top-Modell gehört, kommen hier nur die besten Komponenten zum Einsatz. Till Rydyger verwendet hier die Sram X0 Schaltung und auch die hydraulischen Scheibenbremsen stammen ebenfalls aus der X0-Serie des US-amerikanischen Komponenten-Herstellers.

Die DT Swiss Laufräder in 29 Zoll sind mit Race King Reifen von Continental ausgestattet und lassen das Remsdale 12.2 Carbon sich leicht und äußerst agil über jegliche Strecke bewegen.

Die Reichweite des mit dem Remsdale Heckantrieb ausgerüsteten E-Bikes gibt der Hersteller mit rund 120 Kilometern an, die das Modell allerdings nur im Eco-Modus auf möglichst ebener Strecke erreicht.

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Auch hier ist das stabförmige Akkupaket in den Rahmenrohren des Modells verborgen, die Kapazität liegt wie bei den anderen Pedelecs bei rund 310 Wattstunden.

Ab 5.999 EUR kann das Remsdale 12.2 Carbon sein eigen nennen, muss aber einige Zeit warten, bevor man ein einzigartiges E-Bike in Empfang nehmen kann, welches man auf jeden Fall nicht an jeder Ecke sieht.

Zusätzlich hat die Manufaktur auf ihrer Webseite noch einige ältere Modelle, darunter auch einige E-Bikes ohne Zulassung im Bereich der StVZO im Angebot.

Fazit und weitere Informationen

Interessante Modelle bietet Till Rydyger unter seiner Marke Remsdale an, die übrigens nichts mit Cannondale zu tun hat, sondern nur aus einer Abwandlung des schwäbischen „Remstäle“ entstanden ist.

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Wer möchte, kann die Räder direkt vor Ort in Schorndorf probefahren und dabei herausfinden, ob das Antriebskonzept einem zusagt.

Die Öffnungszeiten der Manufaktur und alle weiteren Informationen zum Portfolio von Remsdale finden Sie hier: Remsdale Webseite

Mit Infos aus dem Artikel „Kracher aus Carbon“ der Stuttgarter Zeitung vom 08. April 2015

Bilder: Remsdale