Mit dem Pedelec zu fahren, aber niemals an die Steckdose zu müssen. Wäre das nicht schön?
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Forschern aus Italien ist es jetzt gelungen ein Elektrofahrrad zu entwickeln, welches sich selbst immer wieder nachlädt.

Das neue Pedelec-System, welches von den Entwicklern Bike+ genannt wurde, stellt dabei eine Mischung aus einem normalen Fahrrad und einem Pedelec dar.

Ein Prototyp ist bereits fahrbereit und wurde schon von ExtraEnergy getestet. Die Marktreife ist für nächstes Jahr angestrebt.

Pedelec mit der Funktionsweise als sogenannter Mildhybrid

Entwickelt wurde das Fahrzeug als Parallelhybrid, das heißt sowohl die Kraft des Elektromotors als auch die vom tretenden Fahrer abgegebene Antriebskraft wirken auf denselben Antriebsstrang. Abhängig von der Größe der Unterstützung gibt es dabei verschiedene Abstufungen, nach welchen der Hybrid dann weiter klassifiziert wird.

In diesem Fall liegt das Pedelec als Mildhybrid vor, was bedeutet, dass der elektrisch angetriebene Teil den „Muskelkraftmotor“ leistungssteigernd unterstützt. Gleichzeitig kann er die überschüssige Energie des „Muskelkraftmotors“ mittels Rekuperation einem Energiespeicher (hier der Batterie) zuführen.

battery_bikeplus

Vorbild für diese Wirkungsweise sind seit Jahren gebräuchliche Kraftfahrzeuge, welche ebenfalls als Mildhybrid leistungssteigernde Elektromotoren mit an Bord haben.

Ausgeklügeltes geschlossenes Wirksystem

>Die intelligente Steuerung, welche übrigens mittels einer speziellen App auf dem Smartphone des Nutzers eingestellt werden kann, regelt die Zugabe der benötigten Energiemenge.

bike_plus_smartphone

Dabei wird in Abhängigkeit des Wirkungsgrades des „Muskelkraftmotors“ des Fahrers entweder Energie zugegeben oder überschüssige Energie gespeichert.

So kann die zur Verfügung stehende Gesamtenergie optimal genutzt werden.

Vorteile unter anderem für die Fitness des Fahrers

Aus dieser Wirkungsweise entstehen höhere Effizienzen im Stoffwechselsystem des Fahrers. Ist der Wirkungsgrad des Menschen hoch, nämlich bei höheren Pedalfrequenzen und gleichzeitig wenig Pedalkraft, so merkt dieser nicht wenn ihm überschüssige Energie mittels Generator weggenommen wird.

Diese Energie wird gespeichert und genau dann abgegeben, wenn der Wirkungsgrad des Menschen gerade niedrig ist. So wird der Fahrer immer genau zum richtigen Zeitpunkt unterstützt. Dabei ist auch das Verhältnis zwischen Aufwand (Energieverbrauch durch den Elektroantrieb) und Ertrag (Unterstützung zum richtigen Zeitpunkt) am höchsten.

bike_plus_extraenergy

Damit wird erreicht, dass bei geringerem Verbrauch von Sauerstoff und weniger CO²-Emissionen die gleiche Energiemenge generiert werden kann. Das ist bereits vom Entwickler wissenschaftlich belegt worden.

Als weitere Vorteile nennt der Entwickler Giovanni Alli:

  • Nutzungsbarriere verringert sich im Vergleich zum Fahrrad
  • kein lästiges Nachladen mehr
  • Nutzung als reines Fahrrad möglich
  • Nutzung als individuelles Fitness-Fahrrad
  • Nutzung als Pedelec
  • Steuerung mittels Smartphone-App

Einfache Vorstufe erscheint leicht realisierbar

Die verwendeten Algorithmen könnten sich auch in ein schon bestehendes Pedelec-System mit Rekuperation integrieren lassen und so ein E-Bike kreieren, welches viel weniger aufgeladen werden muss. Auch ein komplettes Entladen des Akkus könnte so verhindert werden.

Für die Zukunft plant Giovanni Alli die Möglichkeit der individuellen Anpassbarkeit des Systems durch die ausliefernden Händler. Die weitere und tiefgreifendere Anpassung an den Fahrstil des Fahrers nimmt das System dann adaptiv und selbsttätig vor.

Entwickler Giovanni Alli zusammen mit Bianchi-Designer Fabio Ferri mit dem Bike+ Prototyp

Bike+ ist eine herausragende Entwicklung im Pedelec-Bereich

Mit dem System von Giovanni Alli ist ein Pedelec möglich geworden, welches vollkommen autark funktioniert. So fällt ein dauerndes Nachladen weg und auch die Suche nach einer geeigneten Ladestation unterwegs.

Allerdings ist das System nichts für jemanden, welcher hauptsächlich elektrisch fahren möchte. Mittreten ist auf jeden Fall Grundvoraussetzung, damit das Bike+ System funktioniert.

Wir sind jedenfalls auf die weitere Entwicklung gespannt und werden über dieses Thema an dieser Stelle weiter berichten.

Weitere Informationen: Bike+ auf Facebook und Homepage des Entwicklers