LadeSchlossKabel wurde getestet
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Am 18. Oktober 2013 lud das Ladeinfrastruktur EnergyBus Pilotprojekt zur Informationsveranstaltung nach Kreuth und Tegernsee ein.

In Kreuth stellte Hannes Neupert (Vorstandsmitglied EnergyBus e.V. und BATSO e.V.) das Pilotprojekt vor. Im Anschluss ging es in das nahegelegene Tegernsee, wo EnergyBus kompatible Fahrradabstellanlagen mit dem LadeSchlossKabel (LSK) und entsprechend kompatiblen Pedelecs in der Anwendung erprobt werden.

Über die Relevanz des Pilotprojekts informierte Hannes Neupert (Vorstandsmitglied EnergyBus e.V. und BATSO e.V.) vorab in Kreuth. „Viele Leute zweifeln daran, dass Pedelecs Ladeinfrastruktur benötigen. Der Verkauf steigt stetig, auch ohne die Existenz einer Ladeinfrastruktur. Dennoch ist die Diebstahlproblematik für Nutzer von hochwertigen Pedelecs bisher nicht befriedigend gelöst.“

LadeSchlossKabel: Sicher abschließen und laden im Alltag

„Auf den letzten Fahrradmessen ISPO BIKE und EUROBIKE dominierten teure Fahrzeuge für den Freizeiteinsatz, wie Offroad- und Touren Pedelecs“, beobachtete Hannes Neupert.

LadeSchlossKabel

„Bei diesen Rädern ist das Diebstahlproblem kein solches. Prinzipiell lässt man das Elektro-Mountainbike nie aus den Augen. Entweder man fährt damit, es steht nebenan in Sichtweite oder parkt im Auto, Hotelzimmer oder zu Hause. Es ist quasi immer unter Kontrolle.“

„Bei einem Pedelec im Alltagsbereich ist dies nicht möglich. Im Alltag muss man das Fahrzeug oft alleine lassen. Beispielsweise am Bahnhof, an der Arbeitsstelle oder beim Einkaufen. Hier kann das LadeSchlossKabel (LSK) Abhilfe schaffen. Bei einem Diebstahlversuch werden alle elektrischen Komponenten darüber informiert und gehen in eine Art Starre über. Dieser Tiefschlaf- oder Diebstahlmodus macht das Elektrofahrrad für den Dieb wertlos. Erst wenn sich der originale Besitzer identifiziert, kann das Rad aus diesem Modus herausgebracht werden.“

Städte investieren in Ladeinfrastruktur

Die ersten Pedelecs, bei denen Stromkommunikation und mechanische Sicherheit verbunden wurden, waren die e-Call a Bikes in Stuttgart, ein von der Bundesregierung gefördertes Projekt. Hier wurde die Beta-Version des EnergyBus Steckers verwendet. Weiterhin existiert noch eine italienische Spezifikation, die jedoch eine proprietäre Lösung ist und nur mit dem System eines E-Rad Herstellers kompatibel ist.

„Länder und Städte sind generell dazu bereit, viel Geld in den Aufbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur zu investieren“, informiert Hannes Neupert. „London hat 1 Milliarde Pfund in Fahrradinfrastruktur investiert. Dies ist ein Beispiel, wozu Städte bereit sind. Die Investition in mehr Fahrradverkehr ist die effizienteste und oft einzige Möglichkeit, den Verkehrsinfarkt abzuwenden. Städte und Länder können jedoch nur in standardisierte Ladeinfrastruktur investieren. Denn nur dann lässt sie sich überhaupt mit Steuergeldern finanzieren. Außerdem muss diese bezahlbar und robust sein.“

Beweis ist erbracht

Im Anschluss an die Präsentation in Kreuth ging es nach Tegernsee. Dort wurde die Station „medius“ am Kurgarten 1 besucht. Diese ist eine von derzeit acht EnergyBus kompatiblen Ausleih- und Ladestationen für entsprechend kompatible Test-Pedelecs in der Region Tegernsee, Schliersee und Achensee.

„Wir sind jetzt im zweiten Jahr des Pilotprojekts und es muss noch immer sehr viel getan werden“, erläuterte Hannes Neupert vor Ort. „Wir haben schon viel gelernt, was verbessert werden muss. Zum einen dass es kompakter und leichter werden muss, denn die Sicherheit wird in Zukunft hauptsächlich elektronisch gewährleistet werden. Zum anderen muss die Bedienung noch einfacher werden und auch andere Varianten müssen entstehen. Beispielsweise eine Variante für Mieträder, bei der das eine Ende des Kabels fest mit dem Rahmen verbunden ist. Dadurch ist das LadeSchlossKabel kein loses Teil mehr, das verloren werden kann.

Die Projektziele sind erreicht worden. Es ist bewiesen, dass das Prinzip funktioniert. Die nächste Phase beinhaltet zwei Elemente. Zum einen, das LSK in die Standardisierung zu implementieren sowi parallel dazu zu industrialisieren. Dies wird die nächsten zwei Jahre ausfüllen. Die Region Tegernsee wird weiterhin das Testumfeld für die Weiterentwicklung bleiben.“

An folgenden Punkten stehen in der Region Tegernsee, Schliersee und Achensee EnergyBus kompatible Ausleih- und Ladestationen mit Test-Pedelecs bereit: Rottach-Egern (Tourist-Information, Nördliche Hauptstraße 9), medius (Tegernsee, Kurgarten 1), Vitalwelt (Schliersee, Perfallstraße 4), Bahnhof Schliersee (Schliersee, Bahnhofstraße 10), Arabella Alpenhotel am Spitzingsee (Spitzingsee, Seeweg 7), Sportalm (Bayrischzell, Aplenstraße 70), in Holzkirchen (Marktplatz 1), Tourismusverband Achensee (in Maurach, Sport2000, Dorfstraße 26).

Über das Pilotprojekt

Pilotprojekt Ladeinfrastruktur für Pedelecs – eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe zur Evaluierung einer standardisierten Ladeinfrastruktur für Leicht-Elektro-Fahrzeuge (LEVs) mittels eines LadeSchlossKabels.
Experten – die im Rahmen des EnergyBus e.V. agierenden Unternehmen: ABUS August Bremicker Söhne KG, ElectroDrive Tirol GmbH, E-Werk Tegernsee, E. ZiEGLER Metallbearbeitung AG, Marquardt GmbH, Movelo GmbH, Rosenberger Hochfrequenztechnik GmbH & Co.KG, Tiroler Wasserkraft und Tourismusverband Alpenregion Tegernsee-Schliersee e.V. – führen in diesem einmaligen Projekt seit November 2011 ihr individuelles Know-how zusammen.

Durch das Bündeln von Kräften und die Einbringung der Erfahrungen unterschiedlichster Branchenakteure lassen sich die Bedürfnisse der gesamten Branche bereits zu Beginn der Entwicklung, Evaluierung und Definition einer Ladeinfrastruktur berücksichtigen. Dies ist zwingende Voraussetzung zum Aufbau und zur erfolgreichen Etablierung der dringend benötigten Standards.

Ihre Ansprechpartnerin rund um EnergyBus und das Pilotprojekt ist Frau Antje Hopf.

Kontakt: Antje.Hopf@ExtraEnergy.org

www.lade-infrastruktur.org

www.EnergyBus.org

www.ExtraEnergy.org

Text & Bilder: ExtraEnergy e.V.