Kann ein junger Münchner Unternehmer den Elektrofahrrad-Markt erobern?
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Der Anschaffung eines modernen Pedelecs steht oft der hohe Preis von im Durchschnitt 2.300 EUR entgegen, stellt der 23-jährige Andy Weinzierl fest. Zusammen mit seinem Vater Thomas Weinzierl bringt er „drs“ (Aussprache: dreɪˈz) auf den Markt und hat dafür bereits sein drittes Startup gegründet. Das Modell richtet sich vor allem an eine junge Zielgruppe, die sich mit den aktuell angebotenen Pedelecs eher nicht am Campus oder Schule sehen lassen möchten.

Die Gründer haben drei Punkte ausgemacht, auf die es bei der Auswahl des passenden Elektrofahrrades ankommt:

  • Bezahlbarkeit. Als wichtigster Punkt steht dem Kauf eines Pedelecs oft der hohe Preis entgegen. Über 2.000 EUR für ein Pedelec können nur die wenigsten Studenten oder Berufsanfänger ausgeben. Als Grund nennen die Weinzierls den großen Akku, welcher bei den meisten E-Bikes ab Werk verbaut wird. Eine solch große Reichweite werde von den den meisten jungen Nutzern nicht benötigt, da nur die Pendelstrecke und ein paar Wege in der Freizeit gefahren werden. Somit sei eine Reichweite von 35 bis 50 Kilometer ausreichend.
  • Praktikabilität. Die großen und schweren E-Bikes, so die beiden Gründer, sprechen meist eine ältere Zielgruppe an. Für junge und moderne Menschen sollten die Pedelecs leicht sein und für den täglichen, städtischen Einsatz geeignet sein. Bei „drs“ kommt ein abschließbarer Akku zum Einsatz, der nur etwas größer wie eine Getränkedose ist, zum Transport und Laden leicht abgenommen und mitgenommen werden kann und zudem auch als Powerbank fürs Smartphone dient.
  • Optik. Es gibt wenige E-Bikes, die als Fixies und Singlespeed konzipiert wurden und trotzdem noch bezahlbar sind. Hier setzen die Weinzierls an und bringen mit dem „drs“ ein stylishes E-Bike, welches noch genügend Gestaltungsspielraum für ein Unikat übrig lässt.

drs Pedelec

Highlights des drs in der Übersicht:

  • Bezahlbares Elektrofahrrad (Pedelec) für 799 Euro
  • Während der Crowdfunding-Kampagne ab 599 Euro erhältlich
  • Kompaktes Akkudesign mit 24 Volt und 5,2 Ah für 125 Wh Leistung
  • Heckmotor mit 200 Watt
  • Eingang-Antrieb für maximale Leistung von 0 auf 25 km/h (Gesetzliche Limitierung)
  • LED-Display nach Minimalprinzip für Diebstahlprävention und Zuverlässigkeit
  • Leistungsstarke Felgenbremsen mit Elektronikunterbrechung als Sicherheitsaspekt
  • Rahmenhöhen 50cm und 60cm auf 28 Zoll Tiefbettfelgen für alle Körpergrößen
  • Unendliche Modifizierungsmöglichkeiten durch standardisierte Schnittstellen
  • 12 Monate Garantie auf das Gesamtfahrrad
  • Schicker Aluminiumrahmen auf Stahlrohrgabel für lediglich 15 kg Gesamtgewicht
  • Freiwillige TÜV-Zertifizierung der Einzelteile und des Gesamtfahrrads
  • Smarte Kraftübertragung durch dreistufige Controllereinstellung

Für das drs Pedelec greift das Vater-Sohn-Gespann auf Antriebskomponenten etablierter Hersteller zurück, die für den gewünschten Bedarf entsprechend angepasst wurden. Der gewählte Zulieferer liefert seine Produkte bereits zu einem Anteil von 85% in die EU, was sich für die Kunden von drs als Vorteil erweisen kann.

Auch einen Dienstleister für die Ersatzteilbereitstellung hat das junge Unternehmen bereits an der Hand, welcher beispielsweise einen Ersatzakku innerhalb drei Tagen liefern kann. Dabei gibt drs eine Herstellergarantie von 12 Monaten auf das gesamte Pedelec.

Technische Daten

Motor 24 Volt, 200 Watt
Akku 24 Volt, 5,2 Ah (Samsung 18650 Zellen)
Leistung 125 Wh
Sensoren PAS (Pedal Assist Sensor)
Display APT, LED, 3 Unterstützungsmodi
Rahmen Aluminium in den Höhen 50 cm und 60 cm
Gabel Stahl
Felgen 28 Zoll, schwarze Tiefbettfelgen (40H)
Reifen Kenda, K-193, 700 x 1,75
Lenker, Vorderbau, Bremsen Prowheel
Sattelstange ZOOM (Aluminium)
Antrieb Prowheel
Kette KMC
Maximale Geschwindigkeit 25 km/h
Reichweite 35 – 50 km
Ladezeit 2,5 h
Maximale Zuladung 110 kg
Gesamtgewicht 15 kg
Garantie 12 Monate (inkl. Akku und Motor)

Kosten soll das drs Pedelec später dann 799 EUR. Im Rahmen einer Kickstarter-Kampagne, die noch dieses Jahr anlaufen soll, ist sogar ein Preis von nur 599 EUR angedacht. Über den Online-Shop, welcher noch dieses Jahr starten soll, kann dann verschiedenes passendes Zubehör bestellt werden und somit ein individuelles E-Bike aufgebaut werden.

Unsere Meinung

Ein Elektrofahrrad für eine jüngere, nicht so kaufkräftige Zielgruppe anzubieten, ist eine nette Idee. Allerdings steht diese Zielgruppe auch extrem auf etablierte Marken. Ob sich hier ein Newcomer durchsetzen kann, bleibt fraglich.

Zugegeben: das drs Pedelec ist auf den urbanen Verkehr ausgelegt. Somit ist die Reichweite von 35 bis 50 Kilometern durchaus ausreichend. Allerdings finden wir ein Antriebssystem auf 24V-Basis als nicht mehr zeitgemäß und zu schwach. Auch unter den jungen Leuten ist nicht jeder ein sportlicher Radler.

Im Erfolg der kommenden Kickstarter-Kampagne wird sich zeigen, ob und wie das Konzept des Vater-Sohn-Gespanns aus München ankommt. Wir werden dann hier berichten.

Alles Weitere steht unter drais.bike zur Verfügung.