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Spezielle Pedelecs für Kinder gibt es bis jetzt kaum am Markt – die neue Marke Ben-E-Bike möchte dies aber in Zukunft ändern.

Statt wie manche etablierte Fahrradhersteller einfach kleinere Modelle der E-Bikes für Erwachsene bereitzustellen, die sich aber hinsichtlich Antriebsgewicht kaum von diesen unterscheiden, geht man hier einen anderen Weg.

Denn laut den Machern hinter der Marke sollten Pedelecs für Kinder auch speziell für diese entwickelt worden sein und hinsichtlich der Hauptmerkmale vor allem leicht sein und keinesfalls kopflastig wie viele aktuelle Modelle mit Mittelmotor.

Die Geschichte hinter Ben-E-Bike

Angefangen hat alles, wie so oft, aus dem eigenen Bedarf. Nachdem sich einer der Gründer ein E-Bike gekauft hatte, stand schon bald ein zweites für die Ehefrau auf dem Hof. Nur der kleine Sohn Ben musste beim konventionellen Rad bleiben und wollte nicht mehr mit den Eltern fahren.

Ben: Mit euch fahre ich nicht mehr!
Der Kleine wollte sich nicht umstimmen lassen und verstand nicht, warum er aus eigener Kraft fahren sollte, wenn beide Eltern auf „elektrischen Rückenwind“ zurückgreifen konnten.

Doch das benötigte E-Bike gab es nicht am Markt und so ging man daran, selbst ein solches Modell zu entwickeln. Hilfe bekamen die Macher von der Firma PYROBIKES, die sich auf die Entwicklung und Herstellung leichter Kinderfahrräder spezialisiert haben.

Als Namensgeber für die Marke dient übrigens Sohn Ben, der auch als offizieller Chef-Testfahrer die Ben-E-Bike Modelle vor der Markteinführung auf Herz und Nieren im Fahrversuch testet.

Die Modelle

Insgesamt sechs Modelle bietet man bei Ben-E-Bike vom Start weg an, von welchen das Schwerste nur knapp zwölf Kilogramm wiegt. Je nach Größe des Kindes und dessen sportliche Anforderungen stehen verschiedene Modelle mit diversen Ausstattungen bereit.

Twenty E-Power V

Den Einstieg bildet das Ben-E-Bike Twenty E-Power V, welches mit Laufrädern in 20 Zoll und seilzugbetätigten V-Brakes von Tektro ausgerüstet ist. Trotz dem speziellen E-Bike-Antrieb soll es mit nur 9,8 Kilogramm (ohne Pedale) insgesamt leichter sein, als konventionelle 20″ Kinderfahrräder.

Der 250 Watt Nabenmotor im Hinterrad bringt maximal 30 Newtonmeter auf den Untergrund, wobei die Leistung und die gewünschte Unterstützungsgeschwindigkeit individuell an das Kind angepasst werden kann.

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Der Hersteller kombiniert eine Shimano XT-Kassette mit neun Gängen mit einem Schaltwerk von Sram, verbaut eine Starrgabel und CNC-Pedale mit Titan-Achsen und gedichteten Lagern. Weitere Highlights sind Carbonlenker, Schwalbe Mow Joe Bereifung und der PLP Kurbelsatz.

Der Grundpreis für das Twenty E-Power V, welches für ein maximales Fahrergewicht von 50 Kilogramm ausgelegt ist, liegt bei 1.599 Euro. Ab Februar 2017 soll es verfügbar sein.

Twenty E-Power D

Das gleiche Modell gibt es auch mit hydraulischen Scheibenbremsen (Magura MT4), die man mit 160er Rotoren von Ashima kombiniert.

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Das E-Bike für Kinder wird bereits ab Januar 2017 zu einem Preis ab 1.749 Euro verfügbar sein.

Twentyfour E-Power

Eine Klasse höher rangiert das Twentyfour E-Power von Ben-E-Bike, welches mit Laufrädern in 24 Zoll daherkommt und es so für den Nachwuchs leicht macht, auch einmal durch gröberes Geläuf zu fahren.

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Dank edler Anbauteile wie das 10-fach Shimano ZEE RD-M640SSW Schaltwerk mit kurzem Käfig und Dämpfung gegen Kettenschlagen, Magura MT4 Scheibenbremsen, REMERX XCO Rio Felgen und Vollcarbonlenker kommt das Pedelec auf ein fahrfertiges Gewicht von nur elf Kilogramm.

Das Modell wird ebenfalls ab Januar 2017 zu Preisen ab 1.799 Euro verfügbar sein.

Twentyfour E-Power Air

Auch hier gibt es ein aufgewertetes Modell, welches hier eine Federgabel mit an Bord hat. Ben-E-Bike verbaut eine BEB „Smoother 24“ von Spinner, die dem kleinen Fahrer 100 Millimeter Federweg verschafft und zusätzlich über einen Lockout verfügt.

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Das Twentyfour E-Power Air ist ein Kilogramm schwerer, wiegt aber mit zwölf Kilogramm immer noch sehr wenig. Es soll ab 1.899 Euro kosten und ab Januar 2017 verfügbar sein.

Twentyfour E-Power Air SL

Wem die Gewichtssteigerung zu viel ist, kann auch die Superleicht-Variante dieses Modells erwerben, die trotz Federgabel nur rund elf Kilogramm wiegt. Dafür ist es mit edelsten Komponenten ausgerüstet.

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So kommt beim Twentyfour E-Power Air SL im Unterschied zu den vorgenannten E-Bikes eine Sram XG 10-fach Schaltung zum Einsatz dazu RYDE MC1 Felgen, Formula R1 Racing Bremsen und ein BEB Race Superlight Sattel.

Der Preis für dieses Spitzenmodell, welches auch der Top-Favorit des Chef-Testfahrers Ben ist, liegt bei 3.499 Euro und soll ab März 2017 verfügbar sein.

Twentysix E-Power Race

Für größere Kinder steht noch ein Modell mit 26-Zoll-Rädern bereit, welches laut Ben-E-Bike mit nur 8,8 Kilogramm das „leichteste E-Bike der Welt“ sein soll. Dank dem niedrigen Gewicht ist das Twentysix E-Power Race auch ohne Antrieb richtig schnell unterwegs.

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Als Sprinter für die Straße und CrossCountry kann es ohne Probleme mit den Modellen der Eltern mithalten. Das E-Bike für kleine Sprinter ist für hohe Durchschnittstempi ausgelegt und sollte nur in verantwortungsvolle Hände bestenfalls unter Aufsicht der Eltern gegeben werden.

Die Marke „Ben-E-Bike“ verbaut hier eine MIGHTY CNC Kassette mit zehn Gängen, die RYDE MC1 Felgen, Formula R1 Racing Bremsen, BEB Race Superlight Sattel und einen Carbonlenker.

Das Twentysix E-Power Race soll ab März 2017 Verfügbar sein und dann ab 3.499 Euro kosten.

Die Technik

Die Macher hinter Ben-E-Bike setzen bei ihren Modellen auf einen Hinterradantrieb, der aus ihrer Sicht für diese Zielgruppe nur Vorteile hat. So wiegt der verwendete Antrieb nur 2.100 Gramm und weil er gleichzeitig noch die Freilaufnabe ersetzt, bringt er bereinigt nur ein Mehrgewicht von 1.700 Gramm auf die Waage.

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Die Belastung für Kette und Ritzel ist minimal und der Motor kann in thermischer Hinsicht problemlos arbeiten. Drehmoment liefert der Antrieb für die Anwendung mehr als genug und sorgt für ein ausgelastetes Handling. Dazu beeinflusst er nicht das Schaltverhalten.

Bei den Ben-E-Bike Modellen werden kompakte Displays an der linken Lenkerhälfte eingesetzt, die gleichzeitig als Bedieneinheit fungieren. Die Werte sind programmierbar. So kann eine Unterstützungsgeschwindigkeit zwischen 10 – 25 km/h eingestellt werden, die mit dem Standard-Akku mit 175 Wh allerdings auf 20 km/h begrenzt ist. Auch eine Schiebehilfe ist integriert, welche die üblichen 6 km/h erreicht. Ebenfalls vorhanden ist die Möglichkeit, optionale Beleuchtungseinheiten mit 6V-Spannung zu versorgen.

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Bei der Akkugröße beschränkt sich der Hersteller auf eine realistisch benötigte Energiemenge von 175 Wh (optional auch 250 Wh), die im Bedarfsfall durch einen zweiten Akku mit 175 Wh, der bei den Eltern mitgeführt, die Reichweite erweitern kann. Der normale Akku wiegt ein knappes Kilogramm und sollte für eine ausreichende Reichweite sorgen.

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Gegen den Übermut der Kinder ist gegen Aufpreis auch eine Fernbedienung des E-Antriebs für die Eltern verfügbar. Dort kann per grünem Knopf ein Warnsignal an die wilden Kinder gegeben werden, bevor dann bei Ungehorsam mit dem roten Knopf der Antrieb final abgeschalten werden kann.

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Aktiviert werden kann der Antrieb dann auch wieder nur über diese optionale Fernbedienung. Diese kann übrigens zwei Räder steuern, dafür befindet sich auf ihr ein zusätzlicher Schiebeschalter für die Auswahl. Die Reichweite beträgt bis zu 500 Meter.

Wo die Ben-E-Bike Modelle ausprobieren?

Wer die Pedelecs von Ben-E-Bike mit seinem Nachwuchs vor dem Kauf ausprobieren möchte, kann dies auf der kommenden Messe „Fahrrad Essen“ im Februar 2017 erledigen. Hier zeigt der Hersteller erstmals sein Portfolio.

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Fazit

Wir finden die Kinder-E-Bikes der Marke Ben-E-Bike gut durchdacht und praxisgerecht umgesetzt. Hier merkt man, dass ein Vater für seinen Sohn agiert und nur das Beste für diesen möchte. Das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder.

Alle weiteren Informationen gibt es auf der Webseite des Unternehmens.

Bilder: Amperum GmbH