Das Entsetzen ist immer groß, wenn der Akku eines Pedelecs, E-Bikes oder Elektroautos brennt. Doch sind die modernen Fahrzeuge wirklich so viel gefährlicher?

In den letzten Wochen ging die Meldung landauf, landab durch die Medien. Ein Brand hatte einen Fahrradladen in Hannover komplett zerstört. Schuld sollte nach ersten Informationen der Akkubrand eines Pedelecs sein. War es am Ende aber nicht!

Trotzdem neigen Menschen bei solchen Meldungen oft zu Pauschalisierungen und verdammen dann gerne eine gesamte Fahrzeugklasse oder Technologie als gefährlich, besonders wenn diese relativ neu ist.

Nicht nur seit Samsungs Desaster mit dem Galaxy Note 7 weiß die Öffentlichkeit von den Gefahren der Lithium-Ionen-Technik, sondern hatte schon früher von Bränden von beispielsweise verunfallten Tesla-Modellen oder diversen Pedelecs (meist sog. Discounter- oder Baumarkt-Modelle) erfahren.

Nicht ohne Grund dürfen Akkus von Pedelecs und E-Bikes nicht ohne Weiteres im Flugzeug transportiert werden und können so nicht einfach mit in den Urlaub genommen werden.

Doch sind die Lithium-Ionen-Batterien wirklich so gefährlich?

Auf den Umgang kommt es an

Bei richtiger Behandlung und Achtsamkeit jedenfalls nicht. Wenn man richtig mit seinem Pedelec-Akku umgeht, tendiert die Gefahr eines Akkubrandes nahezu gegen Null. Dafür gibt es einige Spielregeln zu beachten.

So sollte auf jeden Fall ein geeignetes Ladegerät, im besten Fall das mitgelieferte, zum Aufladen verwendet werden. Aufladestationen wie bikeenergy erkennen den Akku und laden entsprechend der Herstellervorgaben auf. Trotzdem sollte man die Ladestation auf Manipulationen hin überprüfen.

Weiter sollte man Original-Akkus verwenden und die Finger von sogenannten Nachbauten lassen. Die großen Batteriehersteller haben diverse Schutzmechanismen implementiert, die sich die günstigen Anbieter oft sparen.

Ein Wechsel von großer Kälte in die Wärme ist genauso wie andauernde, große Hitzeeinwirkung eine hohe Belastung für einen Li-Ion-Akku. Hier sollte man dem Bauteil Zeit geben, sich an die Temperatur zu gewöhnen bzw. abzukühlen und dann erst wieder aufladen.

Ist die Batterie einmal heruntergefallen, empfiehlt es sich, diese beim Fachhändler überprüfen zu lassen. Mit einem Prüfgerät für Akkus können Defekte erkannt und die Batterie, falls notwendig, aus dem Verkehr gezogen werden.

Experte warnt vor pauschalen Vermutungen

Der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige Dipl.-Ing. Dirk Zedler vom Zedler-Institut in Ludwigsburg warnt ebenfalls vor undifferenzierten Schuldzuweisungen:

Pauschale Spekulationen über die Sicherheit von Pedelec-Akkus sind als Folge dieses einzelnen Schadensfalls nicht angebracht. Nicht alle Fahrzeug-Akkus können in einen Topf geworfen werden. Wir wissen von namhaften Akku-Herstellern, dass sie alle erdenklichen Technologien einsetzen, um Fehlfunktionen ihrer Produkte erfolgreich aus­zuschließen. Das betroffene Geschäft ­bietet auf ­seiner Website komplette Fahrzeuge, nachrüstbare Antriebe, ­Akkus aus wenig ­be­kannten Quellen und Tuning-­Leis­tungen an. Bei manchen dieser Produkte werden die gesetzlichen Richtwerte für den legalen Betrieb von ­Pedelecs im Straßenverkehr mit einiger Wahrscheinlichkeit missachtet. Dies lässt Zweifel an dem Sicherheitsbewusstsein des Geschäfts aufkommen. Endgültig kann all das erst geklärt werden, wenn die offiziellen Ergebnisse der Brandursachen­ermittlung vorliegen. Doch eines ist klar: Pedelec-Akkus taugen nicht pauschal zum Sündenbock.Dirk Zedler

Unser Rat lautet daher: Verwenden Sie nach Möglichkeit originale Akkus und laden Sie diese mit dem dafür bestimmten Ladegerät auf. Lassen Sie Ihren Akku überprüfen, falls dieser heruntergefallen ist oder sonstwie beschädigt wurde. Unterlassen Sie alles, was das Akkugehäuse beschädigen könnte und dabei auch eine Gefahr für die empfindliche Elektronik im Inneren darstellen könnte.

Wenn Sie den Akku sachgemäß behandeln, werden Sie lange Freude an dem Bauteil haben und zahlreiche Kilometer mit Ihrem E-Bike oder Pedelec zurücklegen können. Viel Spaß dabei!

via: Velobiz