Mit dem Projekt möchte man unter anderem einer autozentrierten Verkehrsentwicklung entgegenwirken
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Am vergangenen Freitag wurde das AfricroozE bei einer Veranstaltung in Hamburg-Hammerbrook vor. Das Projekt, welches von der deutschen Nichtregierungsorganisation Eurist e.V. und dem afrikanischen Partner Fabio (First African Bicycle Information Organization) durchgeführt wird, konnte dafür namhafte Partner gewinnen. So wurde das E-Bike seitens des Fahrrad-Herstellers HNF Nicolai aus dem brandenburgischen Biesenthal von Grund auf für die Nutzung auf dem afrikanischen Kontinent ausgelegt und von dessen Großinvestor, dem indischen Fahrradgiganten Hero Cycles Ltd., auf einer extra eingerichteten Produktionslinie gefertigt. Prominente Unterstützung erhält das Team noch von Bjarne Mädel, bekannt aus “Tatortreiniger” oder “25 km/h”, der eine persönliche Bindung zu Afrika unterhält und zudem noch mit Eurist-Gründer Dr. Jürgen Perschon eine gemeinsame Schulvergangenheit teilt.

Dr. Jürgen Perschon war es auch, der im Detail erläuterte, wie er zur Gründung der NGO gekommen war und was er mit dem von ihm initiierten E-Bike-Projekt bezwecken möchte. Vor knapp 25 Jahren war er selbst auf dem Fahrrad über 2.500 Kilometer durch Ostafrika gefahren, was ihm die Augen öffnete und den Grundstock für das jetzt vorgestellte Projekt legte. Er hat Eurist e.V. mit Unterstützung der KfW gegründet, die in das Projekt investiert haben.

Dr. Jürgen Perschon bei der Präsentation

Hierzulande wird aktuell viel über die Verkehrswende gesprochen, in Afrika aber wird derzeit ein autozentrierter Verkehr forciert. Der falsche Weg, wie er findet und wird dabei von Katesi Najiba unterstützt, die als Direktorin die Geschicke von Fabio vor Ort in Uganda leitet.

Das Fahrrad bzw. das E-Bike ermöglicht dort die Bereitstellung vieler Dienstleistungen, die auch viele Jobs schaffen und die Arbeitslosigkeit vor Ort bekämpfen können. Die meisten benötigten Dienstleistungen drehen sich um den Personentransport. So kann zum Beispiel eine E-Bike-Ambulanz realisiert werden, die vor allem schwangere Frauen oder Kinder zügig in die Kliniken bringen kann.

Statt Fahrrad-Taxis gibt es vor Ort in Afrika immer mehr Motorrad-Taxis, die häufig in Unfälle verwickelt sind und zudem zur Luftverschmutzung und Lärmbelästigung beitragen. E-Bike-Taxis sind die Lösung, da die Fahrten vor allem günstiger angeboten werden können, der Fahrer trotzdem mehr Geld verdient und zudem die Umwelt geschont wird.

Auch der Wassertransport ist eine wichtige Aufgabe, die mit E-Bikes leichter als bisher erledigt werden kann. Mit dem E-Bike kann man viermal so viel Wasser transportieren und im Vergleich zum Fußmarsch in der gleichen Zeit viermal zur Wasserstelle fahren und entlastet damit die Frauen, die traditionell für die Wasserbeschaffung und den Transport zuständig sind.

Das AfricroozE E-Bike, welches unter der Ägide von HNF-Gründer und CMO Michael Hecken designt und entwickelt wurde, soll durch eine hohe Stabilität und eine Zuladung von 100 Kilogramm überzeugen. Es bringt eine lange Sitzbank für den Personentransport mit und ist einfach zu reparieren. Somit kann das Modell lange und nachhaltig genutzt werden. Das Aufladen des Akkus soll über Stationen erfolgen, deren Strom rein über Fotovoltaik erzeugt wird und die E-Bikes damit emissionsfrei unterwegs sein können.

Michael Hecken präsentiert das „AfricroozE“ E-Bike

Mehr zum unterstützenswerten Projekt unter www.african-ebike.de.