Voll ausgebuchtes Seminarprogramm und über 40 Fachvorträge internationaler Experten, dazu mit erweitertem Programm und knapp 600 Teilnehmern an drei Tagen.
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Mit einem noch umfassenderen Programm als in den Vorjahren beeindruckte das 10. Battery Experts Forum, früher „Entwicklerforum Akkutechnologie“, das vom 5. bis 7. April 2016 in der Stadthalle Aschaffenburg stattfand.

Auf Einladung der Batteryuniversity informierten auf der Jubiläumsveranstaltung über 40 hochkarätige Referenten und ebenso viele Aussteller drei Tage lang knapp 600 in- und ausländische Fachbesucher über Batterien-Grundlagen, neueste Markt- und Technologie-Trends und vielfältigste Einzelthemen wie Anwendungen der Kryptologie in der Akkutechnik, neue Ansätze zur Erhöhung der Energiedichte in Lithium-Batterien, neue Anodenmaterialien und Herstellungsverfahren für Zellen, moderne Testmethoden und Analysemöglichkeiten für Batterien.

Nicht nur die Seminare zu den Themen „Lithium-Ionen-Batterietechnologien“, „Batteriemanagement- Systeme“, „Battery Safety“ und „Battery Chargers“ waren mit über 120 Teilnehmern bis auf den letzten Platz besetzt.

Auch die erstmals als Ergänzung des Kongress-Hauptprogrammes zusätzlich angebotenen fünf Parallel Sessions, in denen sich in drei jeweils aufeinanderfolgenden Vorlesungen Experten intensiv mit den Themenbereichen Zellendesign und neue Materialien, Zellen- und Batterietest, Lebensdauer und Sicherheit, Hochspannungssysteme sowie Elektromobilität auseinander setzten, stießen beim Fachpublikum auf überwältigende Resonanz.

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Das 10. Battery Experts Forum war die bislang erfolgreichste Veranstaltung der Batteryuniversity und zeigt uns, dass wir mit unserem erweiterten Konzept den Bedürfnissen von Batterienentwicklern und -anwendern offensichtlich auch im 10. Veranstaltungsjahr gleichermaßen gerecht werden“, freut sich Dr. Jochen Mähliß, Leiter der Batteryuniversity.

Als Key Speaker konnten dieses Jahr neben BMZ-Gründer Sven Bauer, Shmuel De Leon von der Shmuel De Leon Energy Ltd. und Dr. Michael Buser von der Risk Experts Risiko Engineering GmbH gewonnen werden, die in ihren Vorträgen ausführlich über den Weltmarkt für Zellen und Batterien, über wiederaufladbare Li-Pouch-Zellen sowie über Brandgefahren bzw. Sicherheitsrisiken bei Lithiumbatterien und effektive Möglichkeiten der Schadenverhütung informierten.

Auf großes Interesse stieß auch die Podiumsdiskussion „Quo vadis 18650, auf der von Malte Bonk (Panasonic), Dirk Widmann (Samsung SDI), Sven Bauer (BMZ), Julien Scholl (Kärcher) und Klaus Justinski (Fein GmbH) lebhaft diskutiert wurde, ob bzw. wie lange es für den derzeitigen Industriestandard 18650 noch eine Zukunft gibt.

Momentan wird die Rundzelle nach dem Industriestandard 18650 (18 mm Ø, 65 mm Höhe) sowohl in Endverbraucherprodukten wie Notebooks, Elektrowerkzeugen und e-Bike-Akkus als auch in EVs wie dem Tesla Model S verbaut. Allerdings, das wurde in der Diskussion deutlich, ist trotz des aktuellen Versorgungsengpasses nicht mit einem uneingeschränkten Ausbau der Fertigungskapazitäten zu rechnen.

Der Grund: Obwohl Jahr für Jahr viel in die Weiterentwicklung investiert wird, sind Kapazitätssprünge nur noch mit sehr hohem Aufwand zu erzielen. Einige Hersteller wollen deshalb über kurz oder lang auf unterschiedliche neue Formate wie die 20650- oder 21700-Zelle übergehen, was wegen mangelnder Austauschbarkeit wiederum bei manchen Endproduktherstellern auf Widerstand stößt.

 

Bei BMZ beispielsweise ist man wegen des enormen eigenen Einkaufsvolumens und den damit verbundenen Abhängigkeitsrisiken inzwischen offensichtlich soweit, dass man als Alternative eine eigene Zelle „Made in Germany“ auf den Markt bringen will.

Wie Firmengründer Sven Bauer in einer Weltpremiere auf dem Podium voller Stolz erklärte, werde bereits gegen Ende des Jahres ein Prototyp der Zelle zur Verfügung stehen. Die Features der neuen „Wunderzelle“ beeindrucken schon jetzt: 100% höhere Lebensdauer, 68% mehr Leistung, 88% mehr Energie, 400% mehr Ladestrom, bis zu 60% mehr Kapazität sowie bis zu 15 Jahre Garantie!

Zu den Höhepunkten des umfangreichen Rahmenprogramms zählte dieses Jahr ein abendliches „Come together“ mit Besichtigung der modernsten Batteriefertigung Europas. Darüber hinaus bot sich allen Teilnehmern auch dieses Jahr wieder Gelegenheit, auf einem speziellen Fun Parcours Elektroautos, E-Bikes und sonstige Fortbewegungsmittel der Zukunft kostenlos selbst zu testen.

Laut Dr. Mähliß seien aufgrund der in den letzten Jahren stark gestiegenen Besucherzahlen aus den europäischen Nachbarstaaten für 2016 neben einer weiteren, vom 14. bis 15.November stattfindenden, Kongressveranstaltung in Hamburg und einem Battery Experts Forum – SPECIAL eBike & Storage – am 22. November 2016 in der Stadthalle Aschaffenburg erstmals auch konzeptionell ähnliche Fachkongresse mit angeschlossener Ausstellung im europäischen Ausland geplant.

In einer immer mobileren Welt gilt es, sich jeden Tag aufs Neue mit einem möglichst effizienten Umgang der vorhandenen Ressourcen auseinanderzusetzen. Da Batterien dabei eine wichtige Schlüsselrolle spielen, haben wir uns das Ziel gesetzt, mit zusätzlichen Foren noch mehr Entwicklern als bisher an den neuesten Trends und Technologien partizipieren zu lassen“ erläutert Dr. Mähliß.

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Den Auftakt bildet vom 28. bis 30. Juni ein Batterien Battery Experts Forum im Bildungs- und Kongresszentrum der Silesian University of Technology in Gliwice, Polen, weitere Veranstaltungen in Schweden, Frankreich, England und Italien sind derzeit in Planung. Auch der Termin für das übernächste Battery Experts Forum in Deutschland steht schon fest. Es wird von 14. bis 16. März 2017 wieder in der Stadthalle Aschaffenburg stattfinden.

Informationen zu den Battery Experts Foren 2016/2017 und weiteren Schulungsveranstaltungen der Batteryuniversity finden Interessenten unter www.batteryuniversity.eu und www.battery-experts-forum.com.